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BVB reloaded: Weniger Schulden, mehr Stars

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Jubel in Gelb-Schwarz: Der BVB ist wieder voll in Mode.(c) EPA (Peter Steffen)
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Sieben Jahre nach der Fast-Pleite unternimmt Dortmund wieder finanzielle Kraftakte. Und auf der Bank sitzt ein "positiv Verrückter", der ganz genau weiß, was er kann.

Bayern München beißt sich an Borussia Dortmund die Zähne aus, nicht nur fußballerisch. Denn die Zeiten, in denen die Bayern dem jeweils aktuellen Hauptrivalen dank ihrer prall gefüllten Kassa die wertvollsten Spieler reihenweise vor der Nase weggeschnappt haben, scheinen vorbei zu sein.

Dortmund hat auf dem Transfermarkt - um 17 Millionen Euro - das Rennen um den begehrten Marco Reus gemacht, und das BVB-Juwel Mario Götze bekommen die Bayern nach seiner Vertragsverlängerung bis 2016 ebenfalls nicht.

Das liegt nicht nur daran, dass die Dortmunder seit der Fast-Pleite 2005 mit solidem Wirtschaften den finanziellen Rückstand auf die Bayern sukzessive wettmachen. Denn Jungstars wie Reus oder Götze wissen, dass sie in Dortmund bestens aufgehoben sind.

Die Zukunft liegt in Dortmund

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc und Kult-Trainer Jürgen Klopp haben beim Champions-League-Gewinner 1997 ein Umfeld geschaffen, das zahlreiche Argumente zum Kommen bzw. Bleiben bietet.

Die jeweils mehr als 80.000 Zuschauer bei den Heimspielen sind da nur das i-Tüpfelchen für jeden Fußballer. Deshalb hat auch nach dem überraschenden Meistertitel 2011 kein Ausverkauf stattgefunden.

Mit Ausnahme von Nuri Sahin, der zu Real Madrid wechselte, ist der Stamm der Erfolgstruppe geblieben. Trotz des warnenden Beispiels vor gerade einmal sieben Jahren ist Dortmund anscheinend wieder bereit, finanzielle Kraftakte wie den Reus-Coup zu unternehmen.

140 Millionen Euro Schulden abgebaut

Watzke stellte in einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" klar: "Wir stehen nicht in Konkurrenz mit der Dortmunder Volksbank um die höchsten Rücklagen. Wir sind ein Fußballverein, der seinen Fans möglichst guten Fußball bieten will." Von einem Rückfall in die Zeiten des verantwortlichen Duos Michael Meier/Gerd Niebaum will Watzke nichts wissen.

Watzke bezeichnete den BVB als "kerngesund" und verwies darauf, dass in den vergangenen sieben Jahren 140 Millionen Euro Schulden abgebaut wurden. Damit ist Dortmunds Schuldenstand auf 44 Millionen Euro gesunken. Und dank Götze (19 Jahre), Reus (22), Shinji Kagawa (23) oder Mats Hummels (23) hat Dortmund zahlreiche junge, finanziell und sportlich wertvolle Zukunftsaktien im Team.

An der Börse hat der sportliche Höhenflug der Dortmunder allerdings keine großen Spuren hinterlassen. Der Ausgabekurs der BVB-Aktie im Oktober 2000 lag bei 11 Euro, aktuell ist das Papier des einzigen börsennotierten Clubs in Deutschland nicht einmal 2,5 Euro wert.

Ein "positiv Verrückter" auf der Bank

Der wichtigste sportliche Puzzleteil scheint mit Klopp aber auf der Trainerbank zu sitzen. "Es gibt für Dortmund keinen besseren Trainer auf dieser Welt", stellte Watzke klar. Diesem Kompliment widerspricht Klopp auch gar nicht, dem "Spiegel" sagte er nicht ganz unbescheiden: "Ich weiß, dass ich das, was ich mache, kann. An jedem Ort der Welt. Meine Leidenschaft stimmt, mein Wille stimmt, mein Know-how, mein Einsatz. Alles ist da. Es gibt Menschen, die sich beschissener finden als ich mich."

Klopp selbst findet die Diskussion um die Frage der Vorherrschaft in Deutschland übertrieben. "Locker bleiben. Wir sind hier nicht bei James Bond, es geht nicht um die Weltherrschaft. Borussia Dortmund hat nicht die Möglichkeiten wie die Bayern", sagte der 44-Jährige. Ähnlich locker und bodenständig geht Klopp vor dem Bundesliga-Schlager am Mittwoch (20.00 Uhr/live Sky) gegen die Bayern mit der Euphorie rund um den BVB um. "Die können uns alle hypen, wie sie wollen. Wir kicken einfach weiter. Und heißt es, wir seien fast unschlagbar, da sage ich: Schnauze!"