Wiener Börse am Nachmittag: ATX 1,15 % im Minus

Seit Beginn des Handelstages sorgten schwache Konjunkturdaten aus Übersee für schlechte Stimmung an den europäischen Börsen.

In einem europaweit durchwegs rot gefärbten Umfeld hat die Wiener Börse am frühen Dienstagnachmittag weiterhin tiefer tendiert. Der ATX wurde um 14.15 Uhr bei gutem Volumen mit 2.036,05 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 23,68 Punkten bzw. 1,15 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -1,01 Prozent, FTSE/London -0,91 Prozent und CAC-40/Paris -1,54 Prozent.

Für eine Aufhellung des Sentiments hätten bisher die positiven Impulse gefehlt, verlautete aus Handelskreisen. Seit Beginn des Handelstages sorgten schwache Konjunkturdaten aus Übersee für Missstimmung an den europäischen Börsen. So hatte etwa der am Karfreitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht der US-Regierung mit einem schwächer als erwarteten Stellenaufbau im März enttäuscht.

Am heimischen Markt standen am Berichtstag Auktionen fünf- und zehnjähriger Staatspapiere auf der Agenda. Die Rendite der 2017 fälligen Bundesanleihe sank dabei auf ein Rekordtief von 1,733 Prozent, wohingegen jene für die 2022 auslaufende Emission mit 2,905 Prozent etwa auf dem Niveau von Anfang März verharrte. "Österreich hat sich als sicherer Hafen ganz gut behaupten können", meinte dazu die Chefin der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur ÖBFA, Martha Oberndorfer.

Ansonsten blieb die Meldungslage in Wien dünn gesät. Händler sprachen von einem ruhigen Handelstag nach dem verlängerten Osterwochenende.

Weiterhin verzeichneten die konjunktursensiblen Banken- und Rohstoffwerte die größten Einbußen in der europäischen Branchenübersicht. Dementsprechend gaben in Wien Erste Group und Raiffeisen Bank International (RBI) um 2,37 Prozent auf 15,46 Euro bzw. um 2,84 Prozent auf 22,59 Euro nach, im Rohstoffsektor büßten voestalpine 1,01 Prozent auf 23,58 Euro ein.

Unter den übrigen Schwergewichten drehten Andritz auf plus 0,29 Prozent bei 72,80 Euro in die Gewinnzone. Im Gegenzug rutschten Immofinanz mit minus 0,27 Prozent auf 2,59 Euro zurück in den roten Bereich.

Verbund lagen im Nachmittagshandel 0,49 Prozent im Minus bei 21,54 Euro. Der Stromkonzern gründet gemeinsam mit Siemens Österreich ein Unternehmen für Elektromobilität. Der neue "E-Mobility-Provider" - so der Arbeitstitel - soll mit 20 Mio. Euro Eigenkapital ausgestattet sein und ein Investitionsvolumen von rund 300 Mio. Euro bis 2020 haben. In den nächsten acht Jahren sollen 80.000 bis 240.000 E-Autos unterwegs sein, ab 90.000 Fahrzeugen werde das Partnerunternehmen den Break Even erreichen, so Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber vor Journalisten.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zur Eröffnung bei 2.059,21 Punkten, das Tagestief lag gegen 13.40 Uhr bei 2.024,90 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 1,09 Prozent bei 1.013,34 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market sieben Titel mit höheren Kursen, 32 mit tieferen und keiner unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 3.957.847 (Vortag: 2.894.072) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 87,305 (80,44) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 496.562 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 15,36 Mio. Euro entspricht.

(APA)

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