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Ruttenstorfer wird RHI-Aufsichtsrat

(c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)
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Großaktionär Martin Schlaff holt den ehemaligen OMV-Boss in das Kontrollgremium des Weltmarktführers für Feuerfestprodukte. Hubert Gorbach bleibt entgegen ursprünglicher Überlegungen Aufsichtsrat.

Wien. Der börsenotierte Feuerfestkonzern RHI stockt seinen Aufsichtsrat um ein prominentes Mitglied auf: Ex-OMV-Boss Wolfgang Ruttenstorfer soll von der Hauptversammlung (HV) am 3.Mai als neues Mitglied des Kontrollgremiums gewählt werden, erfuhr „Die Presse“ aus dem Konzern. Ruttenstorfer wird allerdings keinen Aufsichtsrat ablösen, vielmehr wird das Gremium von sieben auf acht Kapitalvertreter aufgestockt.

Ex-Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (Ex-BZÖ) bleibt entgegen ursprünglicher Überlegungen Aufsichtsrat. Gegen ihn ermittelt die Justiz im Zusammenhang mit der Telekom-Korruptionsaffäre (es gilt die Unschuldsvermutung). Die beiden mit der diesjährigen HV auslaufenden Mandate von Gerd Peskes und Stanislaus Prinz zu Sayn Wittgenstein-Berleburg werden verlängert.

 

Gesuchter Fachmann

Mit Ruttenstorfer holt sich Martin Schlaff, der mit knapp 30 Prozent größter Einzelaktionär der RHI ist, zusätzliche Expertise in den Konzern. Der ehemalige Finanz-Staatssekretär (SPÖ) ist nach seinem Abgang von der OMV-Spitze ein gesuchter Fachmann. Ruttenstorfer ist schon Aufsichtsrat der CA Immobilien Anlagen, des Flughafens Wien, der Telekom Austria und der Vienna Insurance Group.

RHI-Aufsichtsratspräsident ist Schlaffs langjähriger Partner Herbert Cordt. Mit Cordt und Josef Taus zog Schlaff die spektakulären Käufe von Mobilfunkern in Bulgarien, Serbien und Weißrussland durch. Seit 2010 gehört dem RHI-Aufsichtsrat auch Schlaffs Sohn David an.

Die RHI, die feuerfeste Auskleidungen vorrangig für die Stahl- sowie die Zement- und Glasindustrie produziert und Weltmarktführer ist, hat im Vorjahr trotz der Abflachung in der Stahlindustrie im vierten Quartal den Umsatz um 15,5 Prozent auf 1,76 Mrd. Euro gesteigert. Das Nettoergebnis legte um 15 Prozent auf 121,5 Mio. Euro zu. Deshalb wird die Dividende von 50 auf 75 Cent erhöht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.04.2012)