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Sprachspaltereien: Brotlaib und Fleischeslust

Beim „Anker“ gab es kürzlich einen „Bio-Bauernlaib“ in Aktion. Mein Gott, wie schade, dass ich dieses grandiose Osterangebot verpasst habe! Bei der Aktion ging es zwar explizit und rechtschreiberisch um Brotbedarf und nicht um Fleischeslust, aber der Bauernlaib lässt die Fantasie schon ein wenig schweifen (wer dächte da nicht an einen Leib mit E) – ähnlich wie die Bergbauern- oder Heumilch, die beim „Hofer“ feilgeboten wird. Wie die bloß gewonnen wird? Man möchte es sich gar nicht vorstellen . . .

Aber gesprochen und geschrieben wird gern – „wie man so schön sagt“. Dieser Nachsatz ist ein äußerst praktischer Freibrief fürs Drauflosplaudern. Wobei manchmal durchaus Kreatives herauskommt, der „Angry Burger“ etwa, den man derzeit bei „Burger King“ serviert. Ein wohltuender Gegensatz zu all den Happy Meals dieser Erde.

Die Evangelen sprechen übrigens von der „Abdankung“ eines Verstorbenen. Passend dazu der E-Mail-Abwesenheitsassistent eines findigen Journalisten: „Ich bin derzeit auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Weiß nicht, wie lange das dauern wird.“ Ohne Rückkehrdatum natürlich. Die nächsten Sprachspaltereien gibt es aber verlässlich – in zwei Wochen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.04.2012)