Laut RBI-Chef Herbert Stepic führen Mitarbeiter von Fitch Gespräche in Österreich.
Wien/Bloomberg/Red. Lange Zeit konnte Österreich den regelmäßigen Inspektionen der Bonitätswächter gelassen entgegensehen. Aber in Zeiten wie diesen dürfte es Unbehagen hervorrufen, wenn sich Moody's, Fitch oder Standard & Poor's (S&P) wieder einmal ankündigen, um das Finanzgebaren der Republik unter die Lupe zu nehmen. Derzeit führen Mitarbeiter der zum französischen Fimalac-Konzern gehörenden britisch-amerikanischen Ratingagentur Fitch Gespräche in Österreich. Das sagte Herbert Stepic, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Bank International, am Donnerstag vor Journalisten. Nächste Woche würden Vertreter der US-Agentur Moody's erwartet.
Moody's: Ausblick negativ
Die US-Agentur S&P entzog Österreich im Jänner die Topbonitätsnote Triple A. Allerdings führte die Herabstufung nicht zum befürchteten Anstieg der Zinsen für Staatsanleihen. Österreich zahlte bei einer Anleihenauktion jüngst die bisher niedrigsten Aufschläge.
Moody's bestätigte das österreichische Triple A im Februar, senkte den Ausblick aber auf „negativ“. Die Agentur begründete dies vor allem mit dem verhältnismäßig großen heimischen Bankensektor und dessen starkem Engagement in den als sehr unsicher eingestuften zentral- und osteuropäischen Ländern.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.04.2012)