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Führerschein: Freiheit statt Öffis

Fuehrerschein Freiheit statt oeffis
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Fahranfänger: Warum machen sie dann den Führerschein? Wie stehen sie zum Auto? Wer kommt da auf uns zu? Ein Fahrlehrer plaudert aus der Schule.

Fahranfänger  – wissen die eigentlich, was sie tun?

Nicht immer. Viel zu oft nicht. Woher auch? Selbst wenn sich der Fahrlehrer nach Kräften bemüht, seinen Schützlingen klarzumachen, dass sie künftig enorme Massen mit Geschwindigkeiten bewegen werden, deren Auswirkungen sie nicht abschätzen können, oder immer wieder darauf hinweist, dass Auto fahren bedeutet, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen – schauen Sie sich auf unseren Straßen um: Tempolimits werden als unverbindliche Empfehlung interpretiert, blinken ist für Weicheier, das Handy legen wir erst weg, wenn der Akku leer ist. Bei diesen Vorbildern müssen Lenkradnovizen echt charakterstark sein, um die guten Sitten, die in der Fahrschule gelehrt werden, beizubehalten. Den Führerschein zu haben bedeutet nur, das weitere Dazulernen ohne professionellen Hilfsbremser am Beifahrersitz erledigen zu dürfen.

Was sagt die Statistik?

Geht es um schwer verletzte oder getötete Verkehrsteilnehmer, sind Jugendliche und junge Erwachsene statistisch überrepräsentiert: Von 523 Verkehrstoten des Jahres 2011 waren exakt 100 zwischen 15 und 24 Jahre alt. Jeder zweite Fahranfänger, der im Straßenverkehr sein Leben lässt, stirbt bei einem Alleinunfall – also einem Ereignis, an dem ursächlich kein anderer Fahrzeuglenker beteiligt ist. 


Taugt das Auto noch als Statussymbol?


Wir sehen die Sache optimistisch: Es ist noch nicht alles verloren. Aber ein Golfschlüssel stinkt gegen ein Dreier-iPad dramatisch ab. VW oder Opel? Mercedes oder BMW? Ab ins Altersheim, wer das fragt! iPhone oder Galaxy, Windows oder Mac: Darum geht es heute.

Warum machen sie dann den Führerschein?

Einhellige Antwort: Unabhängigkeit von den Fahrplänen der Öffis und dem Goodwill von Mamas Shuttleservice. Naja, nicht ganz, denn ein eigenes Auto parkt nur in der obersten Geldscheißer-Liga sofort vor der Tür. Normalos teilen sich den fahrbaren Untersatz mit der Erzeugergeneration, im Idealfall freilich nur hinsichtlich der Nutzung. Die lästigen Unterhaltskosten – Volltanken macht mittlerweile auch schon 70 Euro aus – werden (wenn möglich) an den Fahrzeughalter delegiert.

Wie stehen Fahranfänger zum Auto?

Nüchtern und zweckorientiert. Klar: Burschen wissen, was sie wollten, wenn sie könnten, und an Audi kommt man derzeit eher nicht vorbei. A3 Sportback. Schwarz, wenn möglich matt. Oder der TT. Klar wär der R8 saugeil, aber so realistisch sind sie alle, dass sie wissen: schauen ja. Hören ja. Fahren nein. Wenn’s dann hart auf hart geht, sind die Anforderungen sehr bodennah: Fahren muss es. Und der Tank sollte nicht leer sein. ende

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