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Italien: Ruby verlangte 5 Millionen Euro von Berlusconi

Karima El Mahroug,
Karima El Mahroug, "Ruby"REUTERS (Stringer Beijing)
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Das Geld wollte die Marokkanerin für ihr Schweigen über die Beziehung zum Ex-Premier. Der soll sie aufgefordert haben, "verrückt aufzutreten". Wöchentlich habe sie zudem 47.000 Euro von Berlusconi erhalten.

Die Beziehung zwischen Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi und der jungen Marokkanerin Karima el Marough, alias Ruby, sorgt wieder für Aufregung in Italien. Die Online-Seite der römischen Tageszeitung "La Repubblica" veröffentlichte am Montag ein im Oktober 2010 abgehörtes Telefongespräch zwischen Ruby und einer Freundin. Darin behauptet die junge Marokkanerin, dass Berlusconi ihr 47.000 Euro pro Woche gezahlt habe. Sie habe jedoch keinen Sex mit ihm gehabt. Sie selber habe vom Medienzaren fünf Millionen Euro für ihr Schweigen über ihre Beziehung verlangt.

"Mit meinem Rechtsanwalt haben wir von ihm fünf Millionen Euro verlangt. Dafür soll ich als Verrückte auftreten", so Ruby. Berlusconi habe ihr versprochen, sie mit Gold zu überschütten, um über ihre Beziehung zu schweigen, sagte die junge Marokkanerin im Gespräch mit der Freundin. Berlusconi habe sie aufgerufen, vor den Medien "verrückt" aufzutreten, um unglaubwürdig zu erscheinen. "Rette mich!", habe sie Berlusconi aufgerufen.

Ruby versicherte, dass sie keinen Sex mit dem Medienzaren hatte. "Die Leute denken sofort schlecht, weil sie ein hübsches Mädchen in Berlusconis Wohnung sehen. Sie denken, dass sie Sex mit ihm hat, das ist aber nicht so", versicherte die heute 19-jährige Ruby. Der TV-Tycoon sei nach ihr verrückt, sagte Ruby.

Um Ruby dreht sich der seit einem Jahr laufende Prozess gegen Berlusconi. Ihm wird Sex mit der 2010 noch minderjährigen Marokkanerin vorgeworfen. Der bis vergangenem November amtierende Premier wird auch des Amtsmissbrauchs beschuldigt, weil er das Mädchen mit einem Anruf bei der Polizei aus deren Gewahrsam befreit haben soll. Er habe geglaubt, dass sie die Nichte des damaligen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak sei und habe diplomatische Probleme mit Ägypten vermeiden wollen, entschuldigt sich der Ex-Premier. Berlusconi bestreitet strafbare Handlungen. Er war am Freitag erstmals seit Prozessbeginn in Mailand vor Gericht erschienen und hat den Prozess als Skandal bezeichnet.

(Ag.)