Ob das umstrittene Garagenprojekt in Hernals – unter einer Schule in der Geblergasse soll eine Tiefgarage gebaut werden – tatsächlich umgesetzt wird, hängt von der Betrachtungsweise ab.
Wien. Für die einen ist der Baustart Ende Juni fix, für die anderen fehlt dafür die rechtliche Grundlage. Ob das umstrittene Garagenprojekt in Hernals – unter einer Schule in der Geblergasse soll eine Tiefgarage gebaut werden – tatsächlich umgesetzt wird, hängt von der Betrachtungsweise ab.
Die HH59 Errichtungsgesellschaft will Ende Juni mit den Arbeiten beginnen. Derzeit laufe noch die Ausschreibung für die Errichtung. Die Planung und Umsetzung der Garage laufe in Abstimmung mit der Direktion, dem Stadtschulrat und dem Bezirk Hernals. HH59-Geschäftsführer Werner Böhm spricht von einem „positiven Klima mit der Schule“. Ein spezielles Verfahren, die Deckelbauweise, soll für möglichst wenig Beeinträchtigung durch Lärm und Staub sorgen. Ein Ersatzsportplatz werde ebenso zur Verfügung gestellt, wie Ersatzbepflanzungen vereinbart werden. Die Schüler sollen in den Gestaltungsprozess involviert werden. Derzeit prüfe man noch, wie das am besten funktioniert, lässt die HH59 via Schreiben wissen. Böhm geht davon aus, dass die Schule im Herbst 2013 einen neuen Hof erhalten soll.
Demo mit Christoph & Lollo
Auf der anderen Seite wird der Protest gegen das Projekt immer lauter. Die Bürgerinitiative „Rettet den Schulhof“ hat für heute, Mittwoch, einen Protestmarsch Richtung Rathaus angekündigt. Ab 14Uhr wird von der Kalvarienbergkirche in Richtung Innere Stadt marschiert. Heute gibt es dafür prominente Unterstützung von den Musikern Christoph&Lollo. „Unser mittelfristiges Ziel ist es, dass der Baubeginn diesen Sommer nicht zustande kommt“, sagt Elternvertreter Klaus Zambra.
Für ihn ist das Projekt noch lange nicht fix. „Es gibt noch keinen rechtskräftigen Baubescheid. Vier Anrainer haben gegen das Projekt Einsprüche erhoben“, sagt Zambra. Er will ebenso wenig wie die Bürgerinitiative den Protest aufgeben. Immerhin sprechen die Gegner von sich selbst bereits von einem „gallischen Dorf“.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.04.2012)