Berichten zufolge sind die Gebote für die insolvente Drogeriekette nicht gerade vielversprechend. Auch die Plan-Insolvenz könnte scheitern.
Die Gebote für die insolvente Drogeriekette Schlecker werden vom Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz als "zweifelhaft" gewertet, berichtet die „Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Sie seien niedrig und sollten teils komplett durch Kredite finanziert werden, Zudem seien die Angebote nur sehr schwer vergleichbar, da viele Investoren nur Teile des Unternehmens übernehmen wollten.
Geiwitz wies den Bericht zurück: "An der Qualität der Angebote hat sich nichts geändert", sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Man sei weiter mit seriösen Investoren im Gespräch. Nach dem Absprung des aussichtsreichen Finanzinvestors Penta aus Osteuropa sind noch fünf "ernsthafte" Kandidaten im Rennen, hieß es zuletzt.
Planinsolvenz gescheitert?
Scheitern dürfte dem Bericht der „FTD" zufolge auch das Vorhaben, Schlecker in einem sogenannten Plan-Insolvenzverfahren zu sanieren. Dabei bleibt die Geschäftsführung eines Unternehmens im Amt und führt die Geschäfte unter Aufsicht des Insolvenzverwalters weiter. Bei der Drogeriekette sollten die Schlecker-Kinder Meike und Lars eine wichtige Rolle im Unternehmen spielen. Laut "FTD" gibt es allerdings rechtliche Probleme bei diesem Vorhaben, da das Unternehmen bisher vom Gründer Anton Schlecker als Einzelkaufmann geführt worden sei.
Schlecker hatte Ende Jänner Insolvenz angemeldet. Die Drogeriemarktkette schloss daraufhin im März mehr als 2.000 Filialen und entließ rund 10.000 Mitarbeiter. Der Insolvenzverwalter verhandelte zuletzt mit mehreren möglichen Investoren über einen Einstieg bei dem Unternehmen aus dem baden-württembergischen Ehingen. Bis Pfingsten will Geiwitz den endgültigen Investor präsentieren.
(Ag.)