Österreichs Kampf gegen die Geldwäsche

Erst seit 2003 gibt es strenge Richtlinien.

WIEN (g. h.). Der Druck kam vor allem aus den USA, wo Geldwäsche auch im Zusammenhang mit Terrorismus-Finanzierung gesehen wird. Als eines der letzten westlichen Länder hat Österreich im Jahr 2003 in Sachen Geldwäsche internationale Standards eingeführt. Zuvor war es ohne weiters möglich, mit einem Geldkoffer in eine Bank zu gehen und ein anonymes Konto zu eröffnen.

Mittlerweile müssen sich Bankkunden, die Bargeld einzahlen, ausweisen. Ausgeklügelte Softwareprogramme schlagen bei verdächtigen Kontobewegungen Alarm. Und auch die Vernetzung zwischen Banken, Finanzbehörden und Polizei wird immer enger.

Im Jahr 2004 gingen bei den Geldwäsche-Fahndern im Bundeskriminalamt mehr als 1500 Meldungen ein. Nicht nur Banken, auch Versicherungen, Notare, Rechtsanwälte und die Casinos Austria trugen zur Geldwäsche-Bekämpfung bei. In 147 Fällen erstatteten die Ermittler Strafanzeige. 32 Konten wurden geöffnet. Geldwäsche liegt nach österreichischer Definition vor, wenn das Geld aus einem Verbrechen stammt, das mit mindestens drei Jahren Haft bestraft wird.

In Österreich rührt Geldwäsche in erster Linie von Betrügereien her. Erst dann folgt Drogenhandel, die weltweit bedeutendste Quelle der Geldwäsche. Gewaschen werden hierzulande auch Gelder aus Bestechung, Schmuggel und Menschenhandel. Wegen des Verdachts der Geldwäsche wurden 2004 in Österreich 27,9 Mill. Euro auf Konten eingefroren.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.