Mehr als 10.000 Beschäftigte wurden in Deutschland im Zuge der Pleite der Drogeriekette gekündigt. Viele von ihnen ziehen nun vor Gericht.
Bisher haben rund 1500 frühere Schlecker-Beschäftigte bei Gerichten Klage gegen ihre Kündigung eingereicht. In Baden-Württemberg gingen beim Landesarbeitsgericht mehr als 460 Kündigungsschutzklagen ein. In Nordbayern waren es 278 Klagen von den früheren Beschäftigten gegen die insolvente Drogeriekette, wie ein Sprecher des Landesarbeitsgerichts am Mittwoch in Nürnberg sagte.
In Nordrhein-Westfalen gingen gegen Schlecker bisher 256 und in Hessen 248 Klagen ein. In Rheinland-Pfalz zählte das zuständige Gericht knapp 180 sowie in Leipzig und Dresden zusammen 62 Kündigungsklagen. In Hannover, Hamburg und Bremen zogen 76 gekündigte Mitarbeiter vor Gericht. Für die meisten endete die dreiwöchige Klagefrist am 23. April.
Ende März war im Zuge der Schlecker-Pleite bundesweit mehr als 10.000 Beschäftigten gekündigt worden, nachdem eine Auffanggesellschaft für diese gescheitert war. Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz befürchtet für die Schlecker-Rettung, dass eine "hohe Zahl" von Klagen potenzielle Investoren abschrecken könnte. Die Gewerkschaft Verdi hatte angekündigt, die entlassenen Mitarbeiter nicht zu rechtlichen Schritten ermuntern zu wollen. Die Gewerkschaften haben aber ihren Mitgliedern auf Wunsch Rechtsschutz gewährt, Klagen gesammelt und bei den Arbeitsgerichten eingereicht.
(Ag.)