Fußball, Kulinarik und Architektur geben sich in der polnischen Hauptstadt ein Stelldichein. Korrektes Benehmen und kleine Geschenke sollen auf der Tagesordnung stehen. Ralph Bezjak, Head of Development Commercials der Immofinanz Gruppe, berichtet über Warschau.
1) Nicht vergessen - Drei Dinge, die unbedingt in den Koffer gehören:
- Sich ein Ticket für eines der EM-Spiele zu organisieren, ist ein Muss für jeden Fußballfan, der sich während des Halbfinales in der Nähe von Warschau aufhält.
- Man lernt mit der Erfahrung: Eine Reservierungsbestätigung fürs Hotelzimmer sollte man bei der Anreise dabei haben, denn nicht immer herrscht beim Hotelpersonal Klarheit über die Zimmerbuchung.
- Warschau hat gebäudemäßig einiges zu bieten, und mit einem Architekturführer im Gepäck erfährt man interessante Details über die Stadt.
2) Der erste Eindruck: Was ist so ganz anders an den Immobilien (Häusern, Straßen, Geschäfte, Büros...) als in Österreich? Und was unterscheidet den Immobilienmarkt von unserem?
Das Stadtzentrum rund um den Kulturpalast hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zum echten Central Business District (CBD) entwickelt, der mit seinen neuen Hochhausentwicklungen und seiner Skyline beeindruckt.
Spannend zu beobachten ist die Dynamik am Warschauer Immobilienmarkt. Seit Jahren siedeln sich immer mehr Firmen an. Im letzten Jahr wurde alleine im Bürobereich 573.000 m² Fläche vermietet (Wien mit 65.000 m²).
3) Auf den zweiten Blick: Was könnten wir vom Immobilienbusiness dort lernen? Und umgekehrt?
Sowohl der Vermietungs- als auch der Transaktions- und Propertymanagementbereich wird professionell abgewickelt. Auf ganz andere Art und Weise als in Wien finden Meetings statt: In Warschau gibt es keine vergleichbare Kaffeehauskultur und so trifft man sich eher zum formellen Mittagstermin.
4) Perspektiven: Gibt es Immobilienbereiche, die für österreichische Unternehmen Marktpotenzial haben könnten? Wenn ja, welche?
Österreichische Immobilienunternehmen sind seit Jahrzehnten massiv am polnischen Markt tätig und haben in allen Assetklassen zur Entwicklung der Immobilienwirtschaft in Polen beigetragen. Interessant sind vor allem hochwertige Produkte, und auch das Thema Nachhaltigkeit gewinnt langsam an Bedeutung.
5) DOS & DONT'S: Was sollte man im Umgang mit lokalen Geschäftspartnern beachten?
Korrektes Benehmen hat einen hohen Stellenwert. Auch spezielle Anlässe wie der Namenstag, der in Polen viel ausgelassener gefeiert wird als der Geburtstag, oder der Frauentag am 8. März sind in der polnischen Gesellschaft tief verwurzelt. Geschäftspartner können mit kleinen Geschenken beim Gastgeber punkten. Besondere „allergisch“ reagieren einige Polen auf besserwisserisches Gehabe der Westeuropäer.
6) Nicht verpassen - Was man auf keinen Fall versäumen darf:
Ein aktuelles Muss ist der von Daniel Libeskind entworfene 192 Meter hohe Wohnturm „Zlota 44“, der gerade im Zentrum von Warschau gebaut wird. Nach der Besichtigung sollte man sich einem Highlight der polnischen Küche hingeben, der berühmten säuerlichen Mehlsuppe „Zurek“.
Ralph Bezjak, Head of Development Commercials der Immofinanz Gruppe