Mehr als 1500 Ex-Mitarbeiter haben gegen die insolvente Drogeriekette Klage eingereicht. Schlecker bietet ihnen nun eine Abfindung an.
Der Schlecker-Insolvenzverwalter will allen gekündigten Mitarbeitern eine Abfindung von 500 Euro anbieten. Diesen Vorschlag unterbreitete Rechtsanwältin Gerda Straetmanns von der Insolvenzverwaltung bereits zwei Ex-Mitarbeitern in Güteverhandlungen vor dem Arbeitsgericht Ulm, wie der zuständige Richter Nikolaus Zimmermann am Donnerstag sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der "Südwest Presse".
Die Summe soll als "Leitfaden für alle Schlecker-Fälle" gelten. "Wenn sich beide Parteien darauf einigen, wäre der schwierig zu führende Prozess abgewendet", sagte der Ulmer Richter. Die Summe sei "natürlich nicht viel", über die Annahme hätten jetzt die Klagenden zu entscheiden. Die Ex-Arbeitnehmer haben in der Regel zwei Wochen Zeit, auf das Angebot zu reagieren.
Insolvenzverwaltung: "Kein Leitfaden"
Laut Insolvenzverwaltung soll es entgegen der Aussage der Anwältin kein einheitliches Angebot geben. "Das sind Einzelfallentscheidungen". Das sagte Sprecher Peter Hacker am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe keinen Leitfaden.
In ganz Deutschland haben nach bisherigen Angaben der Gerichte mehr als 1500 Ex-Schlecker-Beschäftigte gegen ihren früheren Arbeitgeber geklagt. Ende März war im Zuge der Insolvenz der Drogeriekette 10.000 Mitarbeitern gekündigt worden. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz befürchtet bei einer "hohen Zahl" an Klagen eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Investoren.
(APA)