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Iran sichert Damaskus "jegliche Unterstützung" zu

Ayatollah Ahmad Khatami
Ayatollah Ahmad Khatami(c) EPA (Abedin Taherkenareh)
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Die geistliche Führung Irans stellt sich hinter den syrischen Präsidenten al-Assad: "Mit Irans Hilfe wird Syriens Führung sich halten". In Damaskus ist am Freitag ein Sprengsatz explodiert.

Der einflussreiche iranische Freitagsprediger Ayatollah Ahmad Khatami hat in einer emotionalen Rede massive Rückendeckung des schiitischen Gottesstaates für den umstrittenen syrischen Präsidenten Bashar al-Assad versprochen. In der Provinz Kermanshah sagte der als Ultrahardliner bekannte Mullah vor mehreren hundert Gläubigen, dass sein Land die syrische Führung weiterhin "in jeglicher Form unterstützen" würde. Bei der Predigt war die religiöse Elite des Landes fast vollständig versammelt.

Schon seit Monaten vermuten Beobachter, dass der Iran die syrische Regierung mit Waffen, Geld, technischem Know-How zur Einschüchterung der Opposition, sowie mit Gütern aller Art versorgt. Der offizielle Iran stritt dies zwar immer wieder ab, aber aus Reden wie der Khatamis ist nach Meinung der Beobachter klar zu erkennen, dass die Fühler Teherans bis weit nach Damaskus reichen. Das syrische Regime ist für den Iran auch deshalb von großer Bedeutung, weil es zu den wenigen Verbündeten im Arabischen Raum zählt.

Khatami unterstrich die strategische Partnerschaft mit dem "Bruderstaat" und die regionale Bedeutung der Achse Teheran-Damaskus. "Natürlich sind wir im Iran für freie und demokratische Wahlen in Syrien und unterstützen die Bestrebungen der Führung auch in diese Richtung. Fakt ist aber, dass diese Allianz von größter Bedeutung ist, da der Westen versucht, die Islamisierung der Region, die ja dem ehrenwürdigen Beispiel des Iran folgt, zu verhindern und daher haben wir unseren syrischen Brüdern jede Hilfe versprochen", sagte Khatami.

Aktivisten: Sprengstoffanschläge in Syrien 

In der syrischen Hauptstadt Damaskus ist am Freitag ein Sprengsatz detoniert. Auf einem Foto, das von Aktivisten nach der Explosion veröffentlicht wurde, ist ein beschädigtes Auto zu sehen. Die Explosion habe sich im Al-Sinaa-Viertel ereignet, hieß es. Berichte über Opfer lagen nicht vor. Ein zweiter Sprengsatz detonierte nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter in der Stadt Banias. Dort sollen drei Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt worden sein.

Muslimbrüder fordern UN-Ausschluss für Syrien

Die Muslimbruderschaft hat den Ausschluss Syriens aus den Vereinten Nationen gefordert, solange Assad an der Macht ist. Das Regime sei eine kriminelle Bande, die Frauen und Kinder töte, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung. Die islamistischen Organisation ist zwar in Syrien offiziell verboten, gehört aber dennoch zu den wichtigsten Oppositionsgruppen.

Syrien sollte solange suspendiert werden, "bis es eine Regierung gibt, die dem Willen des Volkes entspricht", heißt es weiter. Die Arabische Liga hatte die Mitgliedschaft Syriens bereits im vergangenen November wegen der brutalen Unterdrückung der Protestbewegung eingefroren.

Die Islamisten forderten UN-Generalsekretär Ban Ki-moon außerdem auf, die Friedensmission des Sondergesandten Kofi Annan offiziell für beendet zu erklären. Der Annan-Plan für ein Ende der Gewalt in Syrien sei gescheitert. Jeden Tag würden Dutzende von Menschen getötet. Die internationale Gemeinschaft ist aus Sicht der Muslimbrüder mit schuldig daran, da sie Waffenlieferungen an die Regimegegner verhindere.

(Ag.)