Mindestens 27 Menschen wurden verletzt, als vier Bomben innerhalb weniger Minuten in Dnjepropetrowsk detonierten. Der Hintergrund ist noch unklar. Im Juni wird in dem Land die Fußball-Europameisterschaft ausgetragen.
Bei vier Bombenexplosionen innerhalb weniger Minuten sind in der ukrainischen Industriestadt Dnjepropetrowsk am Freitag mindestens 27 Menschen verletzt worden. Unter ihnen seien auch neun Kinder, teilte das Ministerium für Zivilschutz mit.
Die erste Explosion wurde durch einen Sprengsatz ausgelöst, der in einem Papierkorb nahe einer Straßenbahnhaltestelle deponiert wurde. Die zweite Explosion ereignete sich eine halbe Stunde später in der Nähe eines Kinos. Es folgten eine Detonation in der Nähe eines Parks und eine weitere Explosion ebenfalls in der Innenstadt.
Janukowitsch: "Werden über Reaktion nachdenken"
Der Hintergrund der Taten war zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft sprach von "Terror". Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch bezeichnete die Anschläge als Herausforderung für den Staat. "Wir werden über eine entsprechende Reaktion darauf nachdenken", sagte er.
In Dnjepropetrowsk ist die derzeit inhaftierte Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko geboren worden. Sie verbüßt eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Grund ist ein Gasgeschäft mit Russland in ihrer Zeit als Ministerpräsidentin. Timoschenko sieht das Verfahren als Racheakt ihres langjährigen politischen Rivalen Janukowitsch.
In den vergangenen Jahren war es in Dnjepropetrowsk immer wieder zu Bombenanschlägen gekommen. Auch damals explodierten die Sprengsätze meist in Mülltonnen. Ein politischer Hintergrund konnte damals nicht ausgeforscht werden. Die Opfer waren meist Geschäftsleute.
Die Ukraine ist im Juni Co-Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft. Dnjepropetrowsk rund 400 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kiew ist kein Austragungsort des Turniers.
(Ag./Red.)