Technologietrends der nächsten drei bis fünf Jahre

Technologietrends naechsten drei fuenf
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Das ACR-Innovationsradar stellt für KMU die wesentlichen Entwicklungen übersichtlich dar.

Das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft sind Klein- und Mittelunternehmen (KMU). Wegen ihrer Flexibilität und Kundennähe sind sie prädestiniert dazu, neue Technologietrends rasch aufzunehmen und umzusetzen. Im europäischen Vergleich ist in Österreich der Anteil an innovativen KMU überdurchschnittlich hoch. Was aber nichts daran ändert, dass es einige wesentliche Hemmschuhe gibt: allen voran die Finanzierung und der Zugang zu Wissen.

Bei letzterem Punkt will „Austrian Cooperative Research“ (ACR) nun Abhilfe schaffen: Diese Dachorganisation von 17 außeruniversitären Forschungsinstituten hat eine umfassende Studie namens „ACR-Innovationsradar“ erarbeitet, in der aktuelle Technologietrends herausgearbeitet wurden. Wie ACR-Präsident Martin Leitl bei der Präsentation diese Woche erläuterte, hat man sich dabei an den von der EU definierten „Grand Challenges“ orientiert. Unter diesen Überschriften sollen Trends, Chancen und Risken aufgezeigt werden – und zwar laut ACR-Geschäftsführer Johann Jäger mit einer drei- bis fünfjährigen Perspektive.

Im Kapitel Nachhaltiges Bauen geht es einerseits um die Energieeffizienz, zum Beispiel die sogenannte „thermische Bauteilaktivierung“ – also die Beheizung bzw. Kühlung von Gebäudeteilen. Andererseits wird das Thema „Lebenszykluskosten“ immer dominanter: Jede Investition müsse künftig unter dem Gesichtspunkt „Total Cost of Ownership“ bewertet werden – und nicht nur nach kurzfristigen Kosten-Nutzen-Überlegungen.

Bei Umwelttechnik und Erneuerbaren Energien sehen die Studienautoren insbesondere zwei Trends als essenziell an: Zum einen wird es eine Reihe von neuen Biobrennstoffen geben. So kann man etwa durch einen „Torrefikation“ genannten Prozess aus unterschiedlichsten Biomasse-Rohstoffen einen Brennstoff gewinnen, der genau definierte Eigenschaften hat. Und zum andern wird die Solarenergie immer stärker in Gebäude integriert – wobei besonders Fragen der Energiespeicherung virulent werden.

Ein herausragend starker Trend der Zukunft ist Lebensmittel-Qualität und -Sicherheit: Der Wunsch der Konsumenten nach mehr „Natürlichkeit“ bei gleichzeitig höherer Qualität erfordert beispielsweise neue Methoden der Haltbarmachung oder der Lebensmittelverpackung. In alle Bereiche spielt immer mehr die Nanotechnologie hinein, deren Chancen und Risken aber erst genau erforscht werden müssen.

Unter der Überschrift Produkte, Prozesse, Werkstoffe finden sich schließlich viele Aspekte des Themas Leichtbau – von neuen Materialien (etwa Faser-Kunststoff-Verbünden) über innovative Prüfmethoden bis hin zu völlig neuen Produktionsverfahren für die neuen Werkstoffe.

Josef Mandl, Innovationsexperte im Wirtschaftsministerium, erwartet sich von der Publikation, die im Internet unter www.acr.at abrufbar ist, eine spürbare Steigerung der Zahl von innovativen KMU.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.04.2012)

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