Was kann man in der teuersten Stadt der Welt eigentlich tun?
Ein Kulturzentrum
rünerløkka Lufthavn und Café MIR (Toftesgate 69): nicht weit vom städtischen Park Sofienbergparken. Grünerløkka ist sozusagen der Prenzlauer Berg von Oslo, und Lufthavn heißt Flughafen. Das Ganze ist ein nicht kommerzielles Kulturzentrum mit Bühne, untergebracht in einer ehemaligen Schule, und einem Innenhof-Café namens MIR. Alte Flugzeugsessel waren einst das Markenzeichen des Cafés, aber von denen sind die meisten abhandengekommen. Alternativer und untouristischer Ort, viele Kinder, viele Graffiti.
Eine Besuchshilfe
Teuerste Stadt der Welt – was tun? Oslo hat Tokio in dieser tristen Kategorie längst überholt. Studenten behelfen sich damit, dass sie einfach kein Bier trinken. Touristenfähren verlangen viel, der öffentliche Verkehr hat bizarre Preise, aber ein besonderes Einzeltickets (eine Stunde gültig) lohnt sich sicher: jenes für die Fähre 93 vom Vippetangen-Pier zu den Inseln Bleiköya, Gressholmen, Lindöya und Hovedöya. Oslo, denkbar dünn besiedelt, ist auch eine Naturhauptstadt. Hier empfiehlt sich u. a. der Vigeland-Skulpturenpark (im Westen der Stadt, im Frognerpark) mit etwa 200 rodinartigen Figuren des Bildhauers Gustav Vigeland (1869–1943) rund um einen Monolithen. Sehr aus dem Leben gegriffen, naturalistisch, vielleicht dadurch auch ziemlich monströs.
Ein Museum
Norsk Tryllemuseum/Museum of Magic (Munkedamsveien 65B, 3. Stock, gegenüber der Aker Brygge): Eventuell das kleinste Museum der Stadt ist dieses Zaubermuseum, eine Hommage an die seltsame Welt der Magie. Gratistricks, vollgepackte Vitrinen, kuriose Objekte. Abgesehen davon gibt es Posters, Fotos, Kostüme und alles, was mit Osloer Zauberei der letzten hundert Jahre zu tun hat. Irgendwie typische Öffnungszeiten: nur sonntags 13–16 Uhr, wobei um 14 Uhr eine kleine Zaubervorführung stattfindet.
Eine Schanze
Holmenkollen heißt der Bergisel von Oslo.
Älteste Schanze der Welt, seit 2011 als Neubau. Ganzjähriges Skimuseum, Skisprungsimulator.
Ein Supermarkt: Rema 1000 heißt der Hofer/Aldi Skandinaviens – Franchise-Billigkonzept aus den Achtzigerjahren mit (ursprünglich) tausend Produkten, Motto: „Det enkle er ofte det beste“, das Primitivste sei oft das Beste.
Ein Monopol
Das Vinmonopolet (oder: Polet) ist sozusagen das norwegische Amt für Wein- und Alkoholverkauf für alle Getränke über 4,75 Prozent.
Ein Fischlokal
„Lofoten“, gutes Fiskerestaurant am Fjord (Stranden 75), spezieller Ort für Muscheln und Schalentiere, nicht ganz billig.
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