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Islam-Vertreter: Israels Soldaten festnehmen

(c) Harald Hofmeister

Hassan Mousa ist nicht nur Betreiber der konfessionellen Al-Azhar-Schule in Wien Floridsdorf, sondern sitzt auch im Schurarat, dem legislativen Organ der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich.

Wien/Eko. „Hunderte Shalits müssen gefangen werden, um die Freilassung aller palästinensischen Gefangenen zu erreichen.“ Diese Aussage tätigte Hassan Mousa bei einem Besuch in Gaza in einem Interview für das iranische Fernsehen – und sorgte damit für große Aufregung, als das Video über die israelische Medienplattform Memritv auch in Österreich publik wurde.

Denn Hassan Mousa ist nicht nur Betreiber der konfessionellen Al-Azhar-Schule in Wien Floridsdorf, sondern sitzt auch im Schurarat, dem legislativen Organ der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Im Gespräch mit der „Presse“ sagt Mousa, dass er damit keinesfalls zu Gewalt gegen Israel habe aufrufen wollen – die Aussagen im TV-Clip seien „aus dem Zusammenhang gerissen“. Er habe die Palästinenser nur ermutigen wollen, israelische Soldaten festzunehmen, wenn sie sich auf palästinensisches Territorium begeben. Auch bei Gilad Shalit habe man das getan – der Soldat war vergangenes Jahr nach mehr als fünf Jahren in Gefangenschaft gegen 1027 palästinensische Häftlinge ausgetauscht worden. „Das war keine Entführung“, so Mousa, „sondern eine Inhaftierung.“

 

Kritik der Glaubensgemeinschaft

Im Beitrag auf Memritv wird Mousa als Präsident des „Austrian Islamic Council“ bezeichnet. Er betont jedoch, dass er für die „Arab Organisation for Human Rights“ in Gaza gewesen sei. In der IGGiÖ geht man dennoch auf Distanz: „Es ist klar eine Aussage, die wir nicht gutheißen“, sagt Sprecher Zekirija Sejdini. Über mögliche Konsequenzen für Mousa werde man aber erst beraten. „Wir müssen erst klarstellen, was er wirklich gesagt hat.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.05.2012)