"Ihr bekommt mich nie": Was hinter Grassers Buch steckt

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Meischberger werde in den Notizen nur wegen des Steuerdelikts als „Täter“ bezeichnet, betont Grasser-Anwalt Ainedter. Die Justiz prüft, ob sich Grasser beim Buwog-Verkauf strafbar gemacht hat.

Wien. Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser erwägt, auch in Buchform die gegen ihn geäußerten Vorwürfe zu entkräften. Im Rahmen des parlamentarischen Untersuchungsausschusses wurde der Ex-Minister mit Unterlagen konfrontiert, die Notizen für das Buch enthalten sollen. Auch Buchtitelvorschläge wurden bei den Dokumenten, die offenbar von einer Hausdurchsuchung bei Grassers stammen, gefunden: „KHG. Ich überlebe die Jagd“, „KHG. Ihr bekommt mich nie“, „KHG. Die Vertreibung aus dem Paradies“, „KHG. Das Vollgasleben“, „KHG. Das Leben ist ein Krimi“ oder „KHG. Der verfolgte Shootingstar“ sollen zur Auswahl stehen. In den Unterlagen werden grüne und rote Abgeordnete als „Angreifer“ und Walter Meischberger als „Täter“ bezeichnet.

Was meint Grasser, wenn er seinen ehemaligen Intimus als „Täter“ bezeichnet“? Sein Anwalt Manfred Ainedter betonte am Mittwoch gegenüber der „Presse“, dass Meischberger nur wegen seines Steuerdelikts als „Täter“ bezeichnet wurde. Weil beim Buwog-Verkauf unter Grasser die Immofinanz den Zuschlag erhielt, hat Meischberger von der Immofinanz eine Millionenprovision erhalten, diese aber dem Fiskus verschwiegen und später Selbstanzeige erstattet. Aber sonst habe Grasser mit dieser Bezeichnung für Meischberger „nichts sagen wollen“, erklärt Ainedter. Überhaupt sei das Buchprojekt „noch nicht spruchreif“.

Die Justiz prüft, ob sich Grasser beim Buwog-Verkauf strafbar gemacht hat. Grasser selbst wollte vor dem Untersuchungsausschuss nichts über die Notizen für ein Buch sagen: Die Dokumente würden in keinem Zusammenhang mit dem Untersuchungsgegenstand stehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.05.2012)

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