Ein britisches Gericht sprach mehr als 100 Bankern rund 52 Mio. Euro an Prämien zu. Das Institut müsse sich an ihre Bonus-Zusagen halten.
Wien/Höll. Die Commerzbank hat vor einem Gericht in London eine Niederlage erlitten. Deutschlands zweitgrößtes Geldinstitut wurde dazu verurteilt, mehr als 100 Bankern rund 52 Mio. Euro an Prämien nachzuzahlen. Das Institut müsse sich an ihre Bonus-Zusagen halten, auch wenn die Investmentbanker im Zuge der Finanzkrise einen Verlust erwirtschaftet hatten. Die Commerzbank musste zur Bewältigung der Finanzkrise vom deutschen Staat mit Milliardenbeträgen gestützt werden. Auch von der Europäischen Zentralbank holte sich die Bank zuletzt Geld. In Summe erhielt sie 16 Mrd. Euro an günstigen EZB-Krediten.
Im ersten Quartal 2012 ging der Nettogewinn um 60 Prozent auf 359 Mio. Euro zurück. Trotzdem ist es der Commerzbank gelungen, die von der Europäischen Finanzaufsicht vorgeschriebenen Kapitalanforderungen zu erfüllen.
Ausbauen will das Institut auch das Geschäft in Österreich, hier ist man allerdings nur auf Firmenkunden spezialisiert. In der Wiener Niederlassung werden mehr als 600 österreichische Tochtergesellschaften deutscher Konzerne betreut. Ziel ist es, die Zahl bis 2015 auf mehr als 1000 zu erhöhen. Auch die hundert größten Unternehmen Österreichs machen mit der Commerzbank Geschäfte.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.05.2012)