Die Rückkäufe von Hybridanleihen pushten die Ergebnisse im ersten Quartal 2012. Ohne die Sondereffekte hatten die beiden Institute das Vorjahr verfehlt.
Die Bank Austria hat im heurigen ersten Quartal Sondergewinne in dreistelliger Millionenhöhe aus dem Rückkauf von Hybridanleihen lukriert. Noch stärker galt das für die Mailänder Mutter UniCredit im Auftaktquartal 2012, die deshalb mit einem unerwarteten Gewinnsprung die Märkte überraschte. In beiden Häusern wären ohne die Sondereffekte die Profitzahlen bis März unter den Werten der ersten drei Monate 2011 geblieben. Das erste Quartal 2011 war aber für die Banken europaweit relativ stark gewesen.
Am Donnerstag meldete die Bank Austria für die ersten drei Monate 2012 einen Nettogewinn von 399 Millionen Euro, das war ein Plus um 17 Prozent. Der Rückkauf von Hybridanleihen schlug als positiver Sondereffekt mit brutto 124 Millionen Euro zu Buche, berichtete die Bank. Die Kernkapitalquote (Core Tier 1) wurde per Ende März mit 10,5 Prozent beziffert. Um ein Viertel rückläufig waren die Kreditwertberichtigungen.
Hälfte des Gewinns aus Anleihenrückkauf
Die Mailänder Konzernmutter UniCredit berichtete einen Quartalsgewinn von 914 Millionen Euro, ein Zuwachs um 12,8 Prozent gegenüber dem ersten Vorjahresquartal. Davon stammten allerdings heuer bis März insgesamt 477 Millionen Euro aus Gewinnen aus Rückkäufen eigener Anleihen.
Ohne diesen Effekt hätte es auf Konzernebene in Mailand im Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang gegeben. In jedem Fall läuft das Jahr für UniCredit aber weitaus besser an als das Jahr 2011 endete. Im Gesamtjahr 2011 gab es bei UniCredit einen hohen Milliardenverlust wegen teurer Abschreibungen auf Anleihen und Bankentöchter.
UniCredit-Chef Federico Ghizzoni begrüßt die positiven Quartalsergebnisse der Bank Austria-Mutter. "Der große Erfolg der Kapitalaufstockung beschert uns eine extrem solide Kapitallage, die uns ermöglicht, mit Zuversicht die jetzige Situation in Angriff zu nehmen", kommentierte Ghizzoni.
Bank Austria spürt Bankenabgaben
Bankenabgaben belasteten kostenseitig mit 24,3 Millionen Euro, wovon 24 Millionen Euro in Österreich, 2,4 Millionen Euro in der Slowakei und 0,2 Millionen Euro in Slowenien anfielen. In Ungarn fielen 7 Millionen Euro Bankensteuer an. Letzterer stand aber ein positiver Einmaleffekt aufgrund der teilweisen Anrechenbarkeit der Verluste aus dem vorzeitigen Rückzahlungsprogramm für Fremdwährungskredite von 9,3 Millionen Euro gegenüber.
Somit blieb es insgesamt bei einem praktisch unveränderten Betriebsgewinn der Bank Austria von 850 Millionen Euro bis März. Nach Kreditrisiko war das Betriebsergebnis (566 Millionen Euro) um ein Fünftel höher.
(APA)