Die Festivals Designpfad, Josefstadtfest und Grätzel-Kunst-Festival Soho in Ottakring laden derzeit zum Flanieren, Einkaufen oder Übernachten auf der Parkbank ein. Rund 25.000 Besucher wurden pro Festival gezählt.
Wien. Kreative Unternehmen rund ums Thema Design gibt es in Wien-Neubau eigentlich ausreichend. Lediglich das zahlungskräftige Publikum ist noch etwas zögerlich. Genau das will der Wiener Designpfad ändern und dem Publikum nicht nur Design näherbringen, sondern auch den Gedanken, Geld dafür auszugeben.
So wird derzeit etwa im Stoffsalon in der Westbahnstraße der längste Stoffschal Wiens genäht, im kleinen Retro-Design-Shop Designqvist zum Fotowettbewerb geladen oder bei Beate von Harten live ein „magischer Garten“ als Teppich aus Seide geknüpft. „Metamorphosen“ lautet heuer das Motto des mittlerweile 14. Designpfads, der noch bis morgen, Samstag, stattfindet.
Gerngross Teil des Designpfads
„Wir wollen damit dem Designstandort Neubau eine Plattform bieten. In den letzten Jahren hat sich zwischen Handel und Publikum schon einiges getan, man muss aber noch viel mehr Impulse setzen“, sagt Daniel Sverak, ÖVP-Klubobmann in Neubau und Mitinitiator der Veranstaltung. 300 bis 500 Besucher erreichte man mit dem dreitägigen Fest in den vergangenen Jahren. Damit es heuer ein paar mehr sind, wird auch das Foyer im Gerngross auf der Mariahilfer Straße bespielt.
Dass sich Straßenfeste ganz gut dazu eignen, den Wienern etwas näherzubringen, hat man mittlerweile auch in der Josefstadt erkannt. Dort lädt der junge Verein „Deine Josefstadt“ unter dem Motto „Ein Tag. Ein Platz. Ein Markt“ heute zum Freiluftshoppen vor der Piaristenkirche – mit Musik vom Akkordeon Trio oder dem DJ-Team Tingel Tangel. 19 Unternehmer aus dem Bezirk bieten bis 22 Uhr ihre Waren an – darunter Schmuck vom türkisch-österreichischen Label SU oder Taschen von sorgsam.com. Zusätzlich gibt es einen Flohmarkt für Kinder und kulinarische Verpflegung. „Wir sind ein überparteilicher Verein und wollen die Lust am Einkaufen ums Eck wecken“, sagt Wolfgang Irbinger von „Deine Josefstadt“.
Nicht ums Einkaufen, sondern um die Verunsicherung durch die derzeitige wirtschaftliche Situation geht es hingegen beim Grätzel-Kunst-Festival „Soho in Ottakring“. Rund 40 Projekte behandeln vom 12. bis 26. Mai das Thema „Unsicheres Terrain“.
Eine Nacht auf der Parkbank
So können etwa Besucher im Rahmen des Kunstprojekts „Die sichere Bank“ eine Nacht auf einer Parkbank verbringen – allerdings unter Aufsicht eines Sicherheitsdienstes. Ungewöhnlich ist wohl auch das Projekt „Cultural Acupuncture Treatment For Suburbs“ (Culburb), bei dem künstlerische Akupunktur-Behandlungen im Gemeindebau angeboten werden. „Uns ist es immer ein Anliegen, auch die lokale Bevölkerung einzubeziehen“, sagt Mitorganisatorin Ulla Schmied. Das dürfte ganz gut gelingen. Rund 25.000 Besucher wurden pro Festival gezählt.