Der Preis des Edelmetalls rutscht ab, Analysten sind aber langfristig zuversichtlich.
Frankfurt/Reuters/B.l. Der Goldmarkt, der sich derzeit einem Fünfmonatstief nähert, kannte auch zum Wochenausklang nur eine Richtung: gen Süden. Der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls fiel am Freitag zeitweise auf 1580 Dollar und verlor damit im Wochenverlauf rund vier Prozent an Wert. Das ist so viel wie seit Mitte März nicht mehr.
Ein Grund sind Analysten zufolge nachlassende Inflationsängste angesichts sinkender Ölpreise. Der andere ist der schwächere Eurokurs, der Gold für Anleger aus der Eurozone verteuert. Das mildert die Verluste für diese: Seit seinem Allzeithoch im vergangenen September ist der Goldpreis auf Dollarbasis um 17 Prozent gefallen, auf Eurobasis waren es zehn Prozent. Seit einem Jahr konnten Dollaranleger fünf Prozent Ertrag mit Gold erzielen, solche aus der Eurozone 16 Prozent.
Anleger ziehen Bargeld vor
Ein weiterer Grund für den jüngsten Preisrückgang ist laut Analysten, dass Anleger Bargeld bevorzugen und daher auch ihre Gold-Optionen verkaufen.
„Wir können uns vorstellen, dass die Goldpreise in den nächsten Wochen durch weitere Verkäufe und einen stärkeren US-Dollar weiter nachgeben“, hieß es in einem Kommentar der Commerzbank. Die langfristig positive Haltung zu Gold bleibe davon aber unberührt, „weil wir davon ausgehen, dass die Politik eine höhere Inflation zulassen wird“. Gold bleibe historisch gesehen eine der wenigen Anlagen, die einen ausreichenden Inflations- und Kapitalschutz bieten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.05.2012)