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Pfarre Stützenhofen: Schaltet sich nun der Vatikan ein?

Kardinal Christoph Schönborn
(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die Glaubenskongregation will angeblich eine Erklärung zu der Pfarrgemeinderatswahl, bei der ein bekennender Homosexueller gewählt wurde.

Die "Causa Stützenhofen" beschäftigt nun offenbar den Vatikan. Die Glaubenskongregation soll sich der Vorgänge rund um die Pfarrgemeinderatswahl in der niederösterreichischen Gemeinde angenommen haben. Einerm Bericht des "Standard" zufolge sollen die Wächter über die kirchliche Lehre per Brief eine Erklärung von Kardinal Christoph Schönborn angefordert haben.

Schönborn hatte die Wahl eines Pfarrgemeinderats akzeptiert, obwohl dieser in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt. Schönborns Sprecher konnte ein entsprechendes Schreiben aus Rom indes nicht bestätigen. Ihm sei kein Brief in diesem Sinne bekannt, und "der Kardinal sieht keinen Druck von der Glaubenskongregation", hält er fest.

Entscheidung soll nicht rückgängig gemacht werden

Der "Standard" beruft sich auf "gut informierte Vatikan-Kreise", wonach die Glaubenskongregation gültiges Kirchenrecht ins Treffen führt: Homosexuelle Handlungen seien demnach Sünde. Die Glaubenskongregation, in der katholischen Kirche für den Schutz der kirchlichen Lehre zuständig, wolle nun eine Darlegung Schönborns zum Fall. Erfolge die nicht, liege bereits ein Beschluss vor, den Kardinal bei seiner nächsten Rom-Reise vorzuladen. Es sei aber nicht beabsichtigt, Schönborns Entscheidung rückgängig zu machen, man wolle aber eine Zusicherung, dass es sich um einen einmaligen Vorfall halte.

Keine Bestätigung gab es auch zu alldem von Schönborns Sprecher. Er hielt in der Zeitung indes fest, es habe sich "um eine aus pastoralen Erwägungen getroffene Einzelfallentscheidung" gehandelt. Und der Kardinal habe die Wahl "nicht bestätigt, sondern nur nicht beeinsprucht".

 

(APA)