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Singstar: Wien bekommt Pop-Akademie

Singstar Wien bekommt PopAkademie
(c)Die Presse (Clemens Fabry)
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Mit Herbst 2012 eröffnet Wiens erste Pop-Akademie. Mit Songschreiben als Unterrichtsfach und manchmal auch Stars als Lehrern.

[Wien] Es ist der Traum unzähliger Kinder in Österreich: So ein Leben zu führen wie Sängerin Katy Perry, Madonna oder die schwedische Band Roxette. Doch der Traum hat meist ein abruptes Ende. Spätestens dann, wenn die Eltern fragen: Popsänger, aha, wie wird man das überhaupt?

Mit Hilfe einer guten Ausbildung. Zumindest wenn es nach der Stadt Wien geht. Ab Herbst öffnet nämlich die erste Wiener Pop-Akademie ihre Pforten. Zielgruppe sind junge Menschen zwischen zwölf und 18 Jahren, die in der Schule Instrumente wie E-Gitarre, Jazztrompete, aber auch Gesang oder Songschreiben lernen können. „Wir wollen junge Menschen erreichen, die sagen, ich will Profi werden", sagt Hanns Christian Stekel, Direktor der Johann-Sebastian-Bach-Musikschule der Diakonie und zukünftiger Leiter der Schule. Als zweites Standbein sollen Musiker neben Pop auch an Instrumente der „Weltmusik" (traditionelle außereuropäische Musik) herangeführt werden.

Seminare am Wochenende

Zeit brauchen die angehenden Musiker jedenfalls. Immerhin beinhaltet die „reguläre Ausbildung", wie Stekel sie bezeichnet, pro Woche eine Stunde Instrumentalunterricht sowie diverse Workshops am Wochenende. Das sind auf das Jahr gerechnet drei Stunden die Woche. Kosten: 810 bis 950 Euro.

Dafür sind die angehenden Profi-Musiker bestens betreut. Seminare mit bereits erfolgreichen Musikern sollen die Qualität der Kurse heben, ein hauseigenes Tonstudio steht für Aufnahmen zur Verfügung. Weiters wird noch ein Kompetenzzentrum als Informationsdrehscheibe für Auftritte und Probenräume eingerichtet. Was freilich noch nicht heißt, dass jeder in der neuen Musikschule willkommen ist. „Es muss schon Vorwissen da sein", sagt Stekel. Das heißt, jeder, der sich bewirbt, sollte schon ein Instrument spielen oder singen können und in jedem Fall den Wunsch verspüren, auf einer Bühne zu stehen.
Platz ist derzeit für 120 Schüler. Lauft das Projekt gut, können die Kapazitäten immerhin auf 800 Plätze ausgebaut werden, wie auch der zuständige Stadtrat, Christian Oxonitsch, bestätigt. Finanziert wird die Schule mit 1,2 Millionen Euro bis 2015 von der Stadt Wien. Ist sie doch Teil eines neuen Konzeptes für Musikausbildungsangebote, das die Stadt Wien derzeit plant („Die Presse" berichtete). „Mit der Pop-Akademie wollen wir eine Lücke schließen", sagt Stadrat Oxonitsch, der selbst als Junger von einer Pop-Karriere geträumt hat.

Die Anmeldung per E-Mail läuft bereits. Eine Aufnahmeprüfung wird es nicht geben. „Genau das wollen wir nicht, weil sich junge Menschen, die noch nicht so viel können, dann nicht melden", sagt Stekel. Die Lehrer entscheiden daher, wer aufgenommen wird.
Auch das Wort Kaderschmiede sei im Zusammenhang mit der Akademie daher falsch. Eher wolle man jungen Menschen die Chance geben auszutesten, ob sie im Pop-Business wirklich Fuß fassen wollen. Und wenn nicht? - „Wird niemand rausgeworfen", sagt Stekel.