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Spanien: Teures Schuldenmachen

Symbolbild
(c) AP (Alvaro Barrientos)
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Die Griechenland-Krise schwappt auf Spanien über. Auf dem Sekundärmarkt stieg der Renditeabstand zu Deutschland auf einen neuen Rekordwert. Am Mittwoch sprang die Zinsdifferenz auf über fünf Prozentpunkte.

Frankfurt/Ag. Spanien hat sich am Donnerstag wieder frisches Geld an den Anleihemärkten geholt. Durch die Auktion von drei Schuldverschreibungen, die 2015 und 2016 fällig werden, flossen 2,49 Mrd. Euro in die Staatskasse, wie die spanische Schuldenagentur mitteilte. Damit wurde das Maximalziel von 2,5 Mrd. Euro nur knapp verfehlt. Spanien hat nun mehr als die Hälfte seiner für 2012 avisierten Finanzierung abgeschlossen.

Doch die Zinsen, die das schuldengeplagte Land bieten muss, ziehen immer weiter an – und das weckt Zweifel über die nachhaltige Refinanzierungsfähigkeit. Um Spanien bis 2015 Geld zu borgen, verlangten Investoren Renditen zwischen 4,375 und 4,876 Prozent. Bei den letzten vergleichbaren Auktionen im April und Mai lagen diese Werte noch bei 2,89 beziehungsweise 4,037 Prozent. Bei einem weiteren Titel mit Laufzeit bis 2016 kletterten die Renditen gegenüber März von 3,374 auf 5,106 Prozent.

Deutschland als sicherer Hafen

Die Angst, dass die Griechenland-Krise auf Spanien überschwappen könnte, wächst: Auf dem Sekundärmarkt hatten die Risikoaufschläge für spanische Papiere gegenüber deutschen in den vergangenen Tagen neue Rekordstände erreicht. Am Mittwoch sprang die Zinsdifferenz auf über fünf Prozentpunkte, inzwischen ist sie wieder ein wenig gesunken. Am Donnerstagnachmittag verlangten Käufer für zehnjährige spanische Anleihen 6,29 Prozent, um 0,05 Prozentpunkte mehr als am Vortag. Das ist zwar kein Rekordhoch (im vierten Quartal des Vorjahres war die Rendite noch höher), doch die Unterschiede zwischen den europäischen Ländern werden immer größer.

Die Renditen für deutsche Anleihen rutschten auf ein neues Rekordtief: Am Donnerstag betrugen sie zeitweise 1,43 Prozent. Doch nicht nur auf dem Sekundärmarkt gehen die Preise für deutsche Bundesanleihen nach oben: Am Mittwoch hatte Deutschland zehnjährige Anleihen mit einer Rendite von 1,47 Prozent platziert – auch das ist ein neues Rekordtief. Angesichts der Sorgen um eine Verschärfung der Schuldenkrise im Euroraum waren die Papiere als sicherer Hafen gefragt.

Zum Vergleich: Die Rendite für zehnjährige österreichische Papiere betrug auf dem Sekundärmarkt zuletzt 2,49 Prozent.