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G8 stellen sich hinter Annans Syrien-Plan

Gebäudetrümmer nach einem Anschlag in Syrien
(c) EPA (SYRIAN NEWS AGENCY SANA / HANDOU)
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US-Präsident Barack Obama hat den Machtwechsel im Jemen als Vorbild für Syrien vorgeschlagen. Die Gewalt greift weiter auf den Libanon über.

Ungeachtet neuer Bekenntnisse der G8-Staaten zum Friedensplan für Syrien geht die Gewalt in der Region unvermindert weiter. Bei einem Bombenanschlag im Osten Syriens wurden am Samstag neun Menschen getötet. Am Sonntag griff die Gewalt weiter auf das Nachbarland Libanon über. Dort erschossen Soldaten Sicherheitskreisen zufolge zwei Anhänger von Gruppen, die gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad auftreten.

"Es wirkte wie ein gut durchgeplanter Angriff", sagte ein Mitglied der Opposition über den Anschlag in der Stadt Deir-al-Sor. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana gab die Zahl der Verletzten mit rund 100 an. Ein Selbstmordattentäter sei für den Anschlag verantwortlich, der einem Militärstützpunkt gegolten habe. Der Opposition zufolge war ein Geheimdienstbüro Ziel des Anschlags. Im syrischen Fernsehen wurden Bilder gezeigt, auf denen Rauchwolken über der Stadt, Blutlachen in den Straßen, Gebäudetrümmer und zerstörte Autos zu sehen waren. Das Fernsehen meldete, UN-Beobachter hätten die Anlage kürzlich inspiziert.

Die Beobachter sollen den Waffenstillstand überwachen, den der ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan ausgehandelt hat. Die Waffen schweigen aber auch 14 Monate nach Beginn des Aufstands gegen Präsident Assad noch nicht: Syrische Aktivisten meldeten auch am Sonntag wieder heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und abtrünnigen Soldaten in der Hauptstadt Damaskus. Berichte über Opfer gab es nicht, wie die Örtlichen Koordinationskomitees und das Syrische Observatorium für Menschenrechte erklärten. Die Aktivisten erklärten, auch in anderen Stadtteilen seien Schüsse zu hören gewesen.

Jemen als Vorbild für Syrien

Der neue französische Präsident Francois Hollande betonte beim G8-Gipfel in Camp David, die sieben größten Industriestaaten und Russland (G8) stünden hinter Annans Friedensplan. Beim Thema Syrien sind die westlichen Staaten besonders auf die Kooperation mit Russland angewiesen. Hollande sagte, alle Gipfelteilnehmer unterstützten Annans Initiative. "Damit die Beobachter dem syrischen Volk Schutz vor seinen Führern bieten können."

US-Präsident Barack Obama hat auf dem G8-Gipfel den Machtwechsel im Jemen als Vorbild für Syrien vorgeschlagen. Der Jemen könnte als Modell für den politischen Übergangsprozess in Syrien dienen, zitierte das US-Präsidialamt am Samstag Obama. Der Präsident habe am Freitag bei einem Abendessen mit den G8-Partnern über die Möglichkeiten gesprochen. Dabei habe er betont, dass Syriens Präsident Assad die Macht abgeben müsse.

Im Nachbarland Libanon sympathisieren viele Sunniten mit dem Aufstand gegen Assad. Sie werfen der libanesischen Armee vor, auf Befehl der Regierung in Damaskus zu handeln. Am Sonntag kam es im Norden des Landes zu einem tödlichen Zwischenfall: Aus Sicherheitskreisen verlautete, ein sunnitischer Geistlicher und ein weiterer Anhänger einer libanesischen Anti-Assad-Gruppe starben an einem Kontrollpunkt der Armee. Sie seien in ihren Autos erschossen worden, als sie ohne anzuhalten durch den Kontrollpunkt gerast seien. Das Militär bestätigte den Tod der beiden Männer und kündigte an, Ermittlungen einzuleiten.

(Ag.)