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Ukraine: Timoschenko gegen einen Boykott der EM

Julia Timoschenko, ehemalige ukrainische Regierungschefin
Julia Timoschenko, ehemalige ukrainische Regierungschefin(c) dapd
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Die inhaftierte Ex-Regierungschefin will nicht, dass Politiker den Spielen der Fußball-Europameisterschaft aus Protest fern bleiben. Eine Verhandlung in einem Prozess gegen die Oppositionsführerin wurde indes vertagt.

Die inhaftierte ukrainische Oppositionelle Julia Timoschenko hat sich gegen einen Boykott der Spiele der Fußball-Europameisterschaft ausgesprochen. Das soll sie dem EU-Parlamentarier Jacek Protasiewicz mitgeteilt haben, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf ukrainische Medien. Protasiewicz hatte die ehemalige Regierungschefin in dem Krankenhaus in Charkiw besucht, in dem sie derzeit behandelt wird. Ein Gerichtstermin in einem weiteren Strafprozess gegen Timoschenko wurde indes verschoben.

Mehrere europäische Politiker hatten wegen des Umgangs mit der ehemaligen Regierungschefin einen Boykott der EM-Spiele in der Ukraine angekündigt. Ein EU-Assoziierungsabkommen mit der EU liegt auf Eis. Erst vergangene Woche hat es eine erste Annäherung gegeben, als die Ukraine Vertretern des Europäischen Parlaments zugesagt haben, Beobachter beim Prozess gegen Timoschenko zulassen zu wollen.

Demonstranten vor dem Gericht

Der umstrittene zweite Strafprozess gegen Julia Timoschenko ist indes in Abwesenheit der 51-Jährigen auf den 25. Juni vertagt worden. Die Erkrankung der Oppositionsführerin mache eine Verhandlung wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung unmöglich, sagte der Richter Konstantin Sadowski am Montag in der Stadt Charkow. Timoschenko klagt über starke Rückenschmerzen und befindet sich in einem Krankenhaus.

Vor dem Gerichtsgebäude in Charkow demonstrierten zahlreiche Anhänger der 51-Jährigen. Die aktuellen Vorwürfe gegen die Politikerin stammen aus den 1990er Jahren, als sie Chefin eines Energiekonzerns war. Timoschenko, die in einem ersten Prozess bereits zu sieben Jahren verurteilt worden war, drohen weitere zwölf Jahre Haft. Ihre Anwälte fordern, das international umstrittene Verfahren einzustellen. Beobachter nennen den Prozess in dem Co-Gastgeberland der Fußball-Europameisterschaft politisch motiviert.

(Ag.)