Christian Keuschnigg
''Euro-Austritt Spaniens ist bewältigbar''
Der neue IHS-Chef Christian Keuschnigg beantwortet im Chat Fragen der DiePresse.com-User. Hier einige zentrale Aussagen des Ökonomen.
(c) Die Presse Digital
"Der Euro-Ausstieg Griechenlands wäre sehr teuer, aber auch der weitere Verbleib Griechenlands im Euro ist meines Erachtens ebenfalls in etwa gleich teuer. Schätzungen für Österreich beziffern die Kosten auf etwa fünf bis zehn Milliarden Euro, die Schätzungen sind unsicher."
(c) Die Presse Digital
"Ein Austritt Spaniens ist meines Erachtens bewältigbar, aber nur wenn er gut vorbereitet wird und eine große Kapitalflucht aus Spanien verhindert werden kann."
(c) Die Presse Digital
"Ständig Vermögen anzuhäufen ist auch keine nachhaltige Politik, denn jedes Sparen soll irgendwann zu mehr Wohlstand führen. Jetzt könnte mit Lohnsteigerungen die Konjunktur angekurbelt und die Anpassung im Euro-Raum erleichtert werden. Dies darf allerdings nicht zu weit gehen, damit in Deutschland nicht wieder die Arbeitslosigkeit steigt.
(c) Die Presse Digital
"Der Euro ist für Griechenland zu hart, daher muss die Wettbewerbsfähigkeit wiederhergestellt werden. Die Banken sind schwach kapitalisiert, sie müssen mit neuem Eigenkapital versorgt werden, damit die Kreditversorgung aufrecht bleibt. Und der Staat muss seine Ausgaben wieder auf die erzielbaren Einnahmen reduzieren, um die Verschuldung herunterzubringen. Dies ist gerade in der jetzigen Situation außerordentlich schwierig, aber auch unvermeidbar."
(c) Die Presse Digital
"Staaten sollen eine auf sie zugeschnittene eigenständige Finanzpolitik machen können. Die Deutschen stellen andere Ansprüche und Wünsche an den Staat wie beispielsweise die Italiener oder Spanier. Entscheidend ist, dass die nationale Finanzpolitik keine negativen Folgen für andere Staaten verursacht. Das ist die Aufgabe des Fiskalpakts, der die Schuld reduzieren soll."
(c) Die Presse Digital
"Sie sind außerordentlich innovativ. Innovation ist die Grundlage für das Wachstum der Unternehmen und der Wirtschaft insgesamt. Die Schweiz hat auch ein anderes politisches System, d. h. direkte Demokratie, Dezentralisierung und Steuerwettbewerb unter den Kantonen, und funktionierende Schuldenbremsen. Innovation, Bildung und nachhaltige Finanzpolitik machen die Schweiz stark."
(c) Die Presse Digital
"Dasselbe was ich immer geraten habe, nämlich die Anlagen zu diversifizieren, das heißt nach Ländern, nach Aktien und Staatsschulden, Eigenheim und anderes. So kann das Risiko begrenzt und für die Zukunft vorgesorgt werden."
(c) Die Presse Digital