Hypo erhofft sich 1,5 Milliarden Euro für Osttochter

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Die Deutsche Bank soll Interessenten für das Südosteuropa-Netzwerk der Kärntner Hypo Alpe Adria suchen. Hypo-Chef Gottwald Kranebitter erwartet Bewerber aus der Türkei, Russland, Südostasien und aus der EU.

Wien/Höll. Die staatliche Hypo Alpe Adria hat den Verkaufsprozess für ihr Netzwerk in Südosteuropa gestartet. Abgegeben werden sechs Tochterbanken und drei Leasinggesellschaften in fünf Ländern (Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro), die in Summe 1,1 Millionen Kunden betreuen. Hypo-Chef Gottwald Kranebitter hofft auf einen Verkaufserlös von zumindest 1,5 Mrd. Euro.

Das Südosteuropa-Netzwerk ist die Perle und die wichtigste Beteiligung der Hypo Alpe Adria. Um möglichst viele Interessenten anzulocken, wurden Problemgeschäfte herausgenommen und in einen sogenannten „Abbaubereich“ transferiert. Abgewickelt wird der Verkaufsprozess von der Deutschen Bank. Diese wird in den nächsten Wochen die erforderlichen Unterlagen bereitstellen. Dann werden Bewerber eingeladen, unverbindliche Kaufofferte einzureichen. Bis Jahresende soll es eine „Shortlist“ mit den Bestbietern geben. 2013 soll der neue Eigentümer feststehen.

Hypo-Chef Kranebitter erwartet sich Interessenten aus Russland, der Türkei, Südostasien und der Europäischen Union. Laut „Presse“-Rundruf winken aber die meisten österreichischen Großbanken ab. Ein Nein kommt von der Bank Austria und der Raiffeisen Bank International. Die Erste Bank interessiert sich nur für die Serbien-Tochter.

Abbaubereich mit zehn Mrd. Euro

Die Kärntner Hypo musste Ende 2009 per Verstaatlichung vor der Pleite gerettet werden. Sie hat die Südosteuropa-Tochter mit einem Buchwert von 1,5 Mrd. Euro in der Bilanz angegeben. Fällt der Kaufpreis niedriger aus, sind Wertberichtigungen vorzunehmen. Dies war beispielsweise bei der maroden Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) der Fall. Diese hatte sich für ihre Osteuropa-Tochter „Volksbanken International“ ursprünglich einen Verkaufserlös von über einer Mrd. Euro erhofft. Doch wegen des schlechten wirtschaftlichen Umfelds gab es kaum Bewerber. Die russische Sberbank zahlte letztendlich nur 505 Mio. Euro.

Beim österreichischen Staat verbleibt der „Abbaubereich“ der Hypo mit Problemkrediten in der Höhe von zehn Mrd. Euro.

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