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Spanien: Neun Milliarden für Bankia-Rettung

(c) REUTERS (SERGIO PEREZ)
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Die Regierung in Madrid muss der teilverstaatlichten Bankia mit Steuermilliarden helfen. Institut ermittle derzeit den genauen Finanzbedarf. Spanien droht immer tiefer in den Strudel der Schuldenkrise zu geraten.

Wien/ag. Die Rettung der verstaatlichten Großsparkasse Bankia wird das hoch verschuldete Spanien mindestens neun Milliarden Euro kosten. Das Institut ermittle derzeit den genauen Finanzbedarf und die Regierung werde diesen voll decken, sagte am Mittwoch Wirtschaftsminister Luis de Guindos.

Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone droht vor allem wegen der gravierenden Probleme der Banken immer tiefer in den Strudel der Schuldenkrise zu geraten und diese dramatisch zu eskalieren. Die Verluste bei Bankia sind ein wichtiger Grund für die Sorge der Finanzmärkte, dass die spanische Regierung dazu gezwungen sein könnte, Finanzhilfe der EU zu beantragen.

Der Bedarf von neun Mrd. Euro setze sich zusammen aus 7,1 Mrd. Euro für zusätzliche Abschreibungen im Zuge der Bankenreformen in Spanien sowie 1,9 Mrd. Euro Kapitalpuffer zur Erfüllung europäischer Vorgaben, erklärte de Guindos.

Nachwehen des Immobebens

Bankia wurde Anfang des Monats in einer Nacht-und-Nebel-Aktion teilweise verstaatlicht, weil das Institut die riesigen Verluste aus dem spanischen Immobiliencrash nicht mehr schultern konnte. Bankia war erst vor zwei Jahren auf staatlichen Druck aus der Fusion schwächelnder Sparkassen entstanden. Spanien leidet schwer unter den Nachwehen einer vor vier Jahren geplatzten Immobilienblase, die dem Land inzwischen eine zweite Rezession und eine rekordhohe Arbeitslosigkeit eingebrockt haben.

„Wie viel Geld Bankia jetzt genau erhält, macht keinen großen Unterschied“, sagt der Analyst Martin van Vliet von der ING-Bank.  Die entscheidende Frage sei, ob alle Teile des spanischen Bankensektors langfristig solvent bleiben und wie sich die Ausfälle von Krediten entwickeln.