Dreieinhalb beziehungsweise vier Jahre müssen die Ex-Hypo-Vorstände Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger ins Gefängnis, wenn das Urteil der ersten Instanz hält. Eine späte Genugtuung für die Steuerzahler, die das Hypo-Debakel bereits 1,5 Mrd. Euro gekostet hat. Als Wermutstropfen bleibt jedoch, dass sie nur in einer Nebenfrage der gesamten Causa verurteilt wurden, weil die Justiz für das „große Gesamte“ keine Anklage zusammenbrachte.
Dies führt auch dazu, dass die politisch Verantwortlichen weitgehend unbehelligt bleiben. Denn die Hypo-Manager waren nur die eine Hälfte des Kärntner Sumpfes, in dem die Bank zum Geldautomaten für politische Wünsche mutierte. Der andere Teil waren die „Auftraggeber“ – allen voran ein inzwischen verstorbener Landeshauptmann. Dieser wird dank seiner noch aktiven Mitläufer aber immer noch als Säulenheiliger verehrt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.05.2012)