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Dalai Lama: Außenministerium nach China-Kritik "gelassen"

Michael Spindelegger, Dalai Lama
Michael Spindelegger, Dalai Lama(c) AP (Ronald Zak)
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Dass China Österreich wegen des Besuchs des Dalai Lama kritisiere, sei "zu erwarten gewesen", sagt das Außenministerium.

Das Wiener Außenministerium hat auf die Kritik Chinas am Besuch des Dalai Lamas in Wien und seinen Treffen mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) mit Gelassenheit reagiert. "Das war zu erwarten", hieß es am Sonntag. Es handle sich aber um den Besuch eines Religionsführers, womit es keine Widersprüche zur österreichischen Diplomatie gegenüber China gebe. Österreichs Ein-China-Politik sei weiter aufrecht.

Das Außenamt habe den chinesischen Botschafter außerdem im Voraus über den Besuch des Oberhauptes der tibetischen Buddhisten informiert, hieß es. Spindelegger war am Freitag mit dem Dalai Lama zusammengetroffen, Faymann am Samstag im Rahmen eines Frühstücks.

Offizieller Protest

Bundespräsident Heinz Fischer war mit dem Dalai Lama nicht zusammengekommen. Er stellte aber in einem Interview mit der Tageszeitung "Kurier" klar, dass sich Österreich als souveräner Staat "von niemandem vorschreiben" lasse, "wer unser Land besuchen darf und hier empfangen wird und wer nicht."

Am Samstagnachmittag hatte es einen offiziellen Protest aus Peking gegeben. In einer schriftlichen Stellungnahme des chinesischen Außenministeriums wurden die Treffen "als schwere Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas" bezeichnet.

Durch die Vorgangsweise würden die "Gefühle des chinesischen Volkes verletzt", hieß es in einer Aussendung, zudem würde "den Kräften der Unabhängigkeit von Tibet" ein falsches Signal gegeben. Weiters hieß es in dem Schreiben: "Die Angelegenheit von Tibet stellt eine reine innere Angelegenheit Chinas dar." Der Dalai Lama sei ein Politiker im Exil, "der seit langer Zeit unter dem Deckmantel der Religion antichinesische und separatistische Aktivitäten betreibt."

 

(APA)