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Fußball: „Die Ukraine wird extrem unterschätzt“

Symbolbild
(c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)
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Der Salzburger Markus Berger spielt beim ukrainischen Erstligisten Tschornomorez Odessa und weiß vor dem Länderspiel am Freitag in Innsbruck Positives über den EM-Gastgeber Ukraine zu berichten.

Seefeld/Swi. Am Freitag empfängt Österreich den EM-Gastgeber Ukraine zum freundschaftlichen Vergleich in Innsbruck. Einer, der die Gäste besonders gut kennt, ist Markus Berger. Seit fünf Monaten steht der Salzburger beim ukrainischen Erstligisten Tschornomorez Odessa unter Vertrag.

Der 27-Jährige ist sich sicher: „Für die Ukraine ist dieses Match zehnmal wichtiger als für Österreich.“ Fürwahr, für die Gäste ist es der vorletzte Test vor dem Großereignis im eigenen Land. „Teamchef Oleg Blochin wird seine Stammelf ausprobieren und diese taktisch perfekt einstellen“, glaubt Berger. „Die Einstellung wird gleich wie bei einem Pflichtspiel sein.“

Doch Berger warnt die ÖFB-Elf nicht nur vor dem Einsatz der Ukrainer, der ukrainische Fußball werde generell „extrem unterschätzt“. Donezk etwa zähle seit Jahren zu den Stammgästen in der Champions League und gewann 2009 den Uefa-Cup. Selbst auf Klubebene ging die Ukraine in dieser Saison bereits als klarer Sieger bei direkten Duellen hervor. Sowohl Austria als auch Salzburg waren in den Duellen mit Metalist Charkiw in der Europa-League chancenlos. Eine Gemeinsamkeit mit Österreich besteht hingegen darin, dass auch die Ukraine ihre erste EM-Teilnahme der Qualifikation als Austragungsland verdankt.

Insider, trotzdem Zuschauer

Das EM-Turnier soll zum würdigen Abschied für Andrej Schewtschenko werden. Der 36-Jährige spielt nach Jahren bei AC Milan und Chelsea wieder bei seinem Stammklub Dynamo Kiew und genießt in seiner Heimat Kultstatus. „Schewtschenko ist alt, aber immer für ein Tor gut. Er ist durch und durch ein Patriot und möchte bei seiner ersten EM die hohen Erwartungen erfüllen“, sagt Berger, der seinem „Insiderwissen“ gern auch dem ÖFB helfen würde. Doch trotz seines Stammplatzes ist der Innenverteidiger, der bis zur U21 im Nationalteam gespielt hat, unter dem neuen Teamchef Marcel Koller kein Thema für das A-Team. Die Hoffnung auf den Anruf gibt Berger aber nicht auf: „Das Nationalteam ist nach wie vor ein großes Ziel von mir.“

Auch abseits vom Fußball weiß der Salzburger Positives über seine Wahlheimat zu berichten. „Die Ukraine ist im Kommen, vor allem wirtschaftlich. Hier gibt es keine Krise.“ Zum Fall der inhaftierten Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko äußert sich der 27-Jährige jedoch nicht. „Natürlich müssen die Menschenrechte eingehalten werden. Aber hier ist Timoschenko im Gegensatz zum restlichen Europa eigentlich kein großes Thema.“