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Schweiz: Migros deklariert Produkte aus Westjordanland

Migros wird Produkte aus dem Westjordanland ab 2013 speziell kennzeichnen
(c) EPA (Strmultan)
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Der Schweizer Konzern möchte ab 2013 durch eine spezielle Kennzeichnung bei Waren aus der Region für Transparenz sorgen und die Kunden informieren.

Der Schweizer Migros-Konzern wird in Zukunft Produkte aus den völkerrechtswidrig errichteten israelischen Siedlungen in besetzten palästinensischen Gebieten kennzeichnen. "Wir sorgen damit für Transparenz, damit der Kunde selber entscheiden kann, ob er das Produkt kaufen will oder nicht", sagte eine Migros-Sprecherin in Bern. Die Produkte, insbesondere Datteln, Kartoffeln, Früchte und Küchenkräuter, ganz aus dem Sortiment zu nehmen, ist für den Großverteiler jedoch kein Thema. Ab 2013 sollen solche Erzeugnisse mit "Westbank, israelisches Siedlungsgebiet" oder "Ostjerusalem, israelisches Siedlungsgebiet" gekennzeichnet werden.

In der Europäischen Union war erwogen worden, das Assoziationsabkommen mit Israel zu suspendieren, nachdem Produkte aus Siedlungen in den besetzten Gebieten als "Made in Israel" gekennzeichnet worden waren, um von Zollvorteilen profitieren zu können. Nach dem Assoziierungsabkommen genießen israelische Exporte in EU-Länder hohe Zollvergünstigungen. Völkerrechtlich beziehen sich diese Vorteile aber nur auf Waren aus dem israelischen Staatsterritorium und nicht auf solche aus den okkupierten Territorien.

Unterscheidung für Kunden

Coop, die zweitgrößte Einzelhandelsgruppe der Schweiz, ist nach eigenen Angaben schon weiter als die Konkurrenz. Kräuter aus dem Westjordanland würden als solche bezeichnet, ebenso die Soda-Club-Geräte, die ausschließlich im Westjordanland hergestellt würden, sagte ein Coop-Sprecher. Allerdings wolle Coop keine Außenwirtschaftspolitik betreiben noch die Kundschaft bevormunden.

Mehrere EU-Regierungen hatten ungeachtet israelischer Proteste Supermärkte zur Kennzeichnung von Produkten aus israelischen Siedlungen in besetzten palästinensischen Gebieten aufgefordert. Damit sollen Kunden zwischen Waren aus den palästinensischen Gebieten und den Siedlungen unterscheiden können.

(APA/Ag.)