Die flotte Komödie „Das Ende vom Anfang“ zum Saisonschluss im Volkstheater in den Bezirken. Der junge Regisseur Michael Schachermaier hat die Darsteller gut aufeinander abgestimmt.
So ein Einakter des Iren Sean O'Casey (1880–1964) ist genau das Richtige für leichte Sommerabende: Annette Isabella Holzmann darf in „The End of the Beginning“ (1937) als effiziente Ehefrau Lizzie ihre Neigung zur Komik ausleben, während Thomas Kamper den überheblichen, aber überforderten Gatten Darry gibt. Im Duo mit Matthias Mamedof als beinahe blindem Nachbarn Barry produziert er reinen Slapstick. Der junge Regisseur Michael Schachermaier hat die Darsteller gut aufeinander abgestimmt.
Sind denn Männer im Haushalt zu gebrauchen? Konsequent wird die Frage in dieser Farce negiert. Der Beginn scheint harmonisch. In einer simplen Bauernstube schmachtet das Ehepaar Berrill, küsst und umfängt sich in einem Bilderrahmen, bis ihm das holde Lächeln einfriert. Ehealltag. Er raunzt über das zu kalte Wasser fürs Rasieren. Sie kontert spitz. Schon lodert der Streit, es kommt zum Rollentausch mit absehbarem Ende. Wer arbeitet härter, der Mann auf dem Feld oder die Frau im Haus? Dumme Frage!
Die Bühne – ein Schlachtfeld
Die Gattin geht raus, um die Wiese zu mähen, der Gatte bleibt zuhause. Er lässt sich leicht ablenken, turnt, bügelt, zieht eine Uhr auf. Die Komik hält sich dabei in Grenzen. Dann aber kommt der Nachbar – schon läuft die Komödie wie ein Uhrwerk. Mamedof genießt es, den Trottel zu spielen, assistiert vom immer noch selbstbewussten Darry. Die Rollenverteilung: Der Nachbar ist Stan Laurel, der Hausherr Oliver Hardy. Beim Feuern der Pointen benehmen sie sich ähnlich ausgelassen wie dieses legendäre Duo.
Das Vorbereiten der Gags ist der Regie allerdings oft etwas zu umständlich geraten. Bei solchen Stücken darf es nur heißen: Tempo! Tempo! Es dauert ein wenig zu lange, bis alle Requisiten verbraucht, verbrannt, zerstört sind, bis die Bühne jenem Schlachtfeld gleicht, das die weitsichtige Gattin eingangs vorausgesehen hat. Sie kommt gelassen zurück. Mit einfachen Griffen schafft sie Ordnung, tröstet, hilft. Das aber, so wissen wir, wird wohl kaum dauerhaft gegen einen großmäuligen Gatten wirken. Der Typ ist doch beschränkt – ein echter Mann!
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.05.2012)