Spannung vor Schlecker-Entscheidung: "Möglich ist alles"

Der insolventen Drogerie-Kette Schlecker droht das Aus
Der insolventen Drogerie-Kette Schlecker droht das Aus(c) REUTERS (Ina Fassbender)
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Für 14.00 Uhr hat die Gewerkschaft Verdi eine Pressekonferenz angekündigt. Vorab sollen die Betriebsräte der insolventen Drogeriekette informiert werden.

Die mit Spannung erwartete Entscheidung über das Schicksal der insolventen Drogeriekette Schlecker sollen am Freitagmittag zuerst die Schlecker-Betriebsräte in Berlin erfahren. Das sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung von Arndt Geiwitz der Nachrichtenagentur dpa. Nach dem Beschluss der drei größten Gläubiger über Rettung oder Abwicklung Schleckers werde Geiwitz sofort zur ebenfalls in Berlin tagenden Betriebsräte-Konferenz an der Urania fahren. Dort werde er Arbeitnehmervertreter und die Gewerkschaft Verdi über das Ergebnis informieren. Für 14.00 Uhr hat Verdi eine Pressekonferenz angekündigt.

Das Gläubigertreffen findet zur Stunde an einem geheimen Ort in Berlin statt. Gegen 15.00 Uhr ist eine Kundgebung von Hunderten Arbeitnehmervertretern vor dem Bundeskanzleramt geplant.

Insolvenzverwalter Geiwitz hatte bis zuletzt noch mit zwei Investoren verhandelt, die eine Galgenfrist für die Nachbesserung ihrer Angebote erhalten hatten. Von einer möglichen Abwicklung wären mehr als 14.300 Schlecker-Mitarbeiter in Deutschland betroffen. "Möglich ist alles", hieß es zuletzt von der Insolvenzverwaltung.

AMS signalisiert Unterstützung bei Aus

Sollte in Deutschland kein Investor gefunden werden und Österreich mit in den Abgrund gerissen werden, würden die 3000 Beschäftigten in Österreich nicht auf der Strecke bleiben. "Wir werden das schaffen", sagte AMS-Chef Johannes Kopf  in der Mittags-"ZiB" des ORF.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) würde damit umgehen können und Stiftungen schaffen, meinte Kopf. Auch wenn die Zahl 3.000 eine "ernstzunehmende Größe" sei, sei sie auf ganz Österreich verteilt. Man müsste sich ansehen, in welchen Regionen die meisten Beschäftigen betroffen wären.

Zur Drogeriekette Anton Schlecker e.K. gehört neben der Schlecker Homeshopping GmbH die hundertprozentige Tochter Schlecker XL und IhrPlatz. Die Schlecker International GmbH, zu der auch Österreich (Anton Schlecker Gesellschaft m.b.H.) gehört, ist nicht insolvent, gehört aber zum Vermögen von Firmengründer Anton Schlecker. Schlecker betreibt noch Märkte in Luxemburg, Belgien, Italien und Portugal. In Holland existiert die Versandapotheke Vitalsana. In Österreich beschäftigt der Konzern rund 3000 Menschen in 930 Filiaen.

(APA/Ag.)

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