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Industrie der Eurozone rutscht immer tiefer in die Krise

Symbolbild(c) Dpa/Oliver Berg (Oliver Berg)
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Der Einkaufsmanagerindex fiel im Mai um 0,8 auf 45,1 Punkte. Die Stimmung wird pessimistischer, die Lage der Industrie verschlechtert sich in einem alarmierenden Tempo.

Berlin/Ag. Die Industrie in der Eurozone schlittert immer tiefer in die Krise. Der Einkaufsmanagerindex fiel im Mai um 0,8 auf 45,1 Punkte und damit auf den schlechtesten Wert seit Mitte 2009, teilte das Markit-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter tausenden Unternehmen mit.

„Das Ergebnis zeigt, dass sowohl die Finanzkrise als auch die politische Unsicherheit mittlerweile verheerende Auswirkungen auf die Realwirtschaft im gesamten Währungsgebiet haben“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Die Wachstumseinbußen seien zwar bei Weitem nicht so gravierend wie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008/09. „Doch die Lage verschlechtert sich in alarmierendem Tempo.“

Besonders schlecht ist die Lage in Spanien, das Griechenland als Schlusslicht abgelöst hat. Auch in Deutschland, Frankreich und Italien liefen die Geschäfte deutlich schlechter. „In allen vier Schwergewichtsländern der Eurozone geht es mittlerweile in besorgniserregendem Tempo bergab“, sagte Williamson. Lediglich Irland schaffte noch ein leichtes Wachstum.

„Neben der schwachen Binnennachfrage waren die Unternehmen auch mit weiter rückläufigen Exportbestellungen konfrontiert, hauptsächlich wegen der lahmenden Weltkonjunktur und des niedrigeren Handelsvolumens zwischen den Euroländern“, schrieben die Markit-Experten. Ein Hoffnungsschimmer sei der schwächelnde Euro, der die Exporte in andere Währungsräume wie Asien und Amerika billiger mache.

Die Firmen treten wegen der schrumpfenden Nachfrage auf die Kostenbremse. Sie bauten den vierten Monat in Folge Stellen ab, und das gleich so stark wie seit über zwei Jahren nicht mehr.

 

USA mahnt zur Lösung der Schuldenkrise

Die USA haben indes den Druck auf Europa und vornehmlich Spanien erhöht, die Euro-Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Es müssten schnell Lösungen für die angespannte Lage des Bankensektors gefunden werden, um eine Erholung der Weltwirtschaft nicht im Keim zu ersticken, mahnten Vertreter von US-Finanzministerium und Internationalem Währungsfonds (IWF).

Sie fordern von den europäischen Politikern eine Rekapitalisierung der Banken und einen klaren Plan für die politische Zukunft der Finanzunion.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2012)