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Israel-Kritik: Ex-Außenminister verteidigen Darabos

Israel-Kritik: Ex-Außenminister verteidigen Darabos
Norbert Darabos(c) APA/HBF/ANDY WENZEL (Hbf/andy Wenzel)
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Alois Mock und Erwin Lanc finden die Antisemitismus-Vorwürfe gegen den Verteidigungsminister "lächerlich". Man müsse Israel kritisieren dürfen.

In die Debatte um die Israel-Aussagen von SP-Verteidigungsminister Norbert Darabos schalten sich nun die beiden ehemaligen Außenminister Alois Mock (ÖVP) und Erwin Lanc (SPÖ) ein. "Minister Darabos als Antisemiten zu bezeichnen, weil er vor einem israelischen Angriff auf den Iran warnt, ist lächerlich und schlimm", sagte Mock am Dienstag gegenüber der Austria Presse Agentur.

Unter Freunden - "wie es Israel und Österreich sind" - könne man auch einmal verschiedener Meinung sein. Auch von den israelischen Warnungen an die Adresse des Iran hält Mock wenig: "Ich war in meinem ganzen Leben immer für diplomatische Lösungen in Konflikten und deswegen fände ich es fatal, wenn Israel Angriffe auf iranische Atomanlagen starten würde. Dies hätte unabsehbare Folgen für die gesamte Region, aber auch für Europa". Nur die Wortwahl gegenüber dem israelischen Außenminister hätte Mock nach eigenen Angaben "nie so gewählt".

"Geißelung der Politik Liebermans ist Dienst an Israel"

Lanc erklärte, "mit läppischen Behauptungen und lächerlicher Kritik" an Darabos setze er sich nicht auseinander. "Außenminister Lieberman wollte den israelischen Arabern das Wahlrecht aberkennen, wenn sie keine Loyalitätserklärung zu Israel abgeben würden. Das ist eine Politik, die die in Israel lebenden palästinensischen Arabern bestenfalls zu Heloten des Staates Israel machen würde. Daher ist eine Geißelung der Politik Liebermans ein Dienst an den Menschenrechten und ein Dienst an Israel. Denn man muss aufpassen, dass es mit solch einer Politik nicht zu einem inner-israelischen Polizeistaat kommt, wie es übrigens schon Kreisky befürchtet hatte."

Wenn man etwas hätte kritisieren könnten, dann unter Umständen "die Wortwahl gegenüber einem Außenminister eines Staates, mit dem wir gute Beziehungen haben". So heikel sei man heutzutage bei der Wortwahl aber ohnehin nicht, "und schon gar nicht ist es Herr Lieberman selbst." Außerdem möchte Lanc wissen, ob auch maßgebliche Militärs in Israel, die ebenfalls vor einem Angriff gegen den Iran gewarnt hätten, ebenfalls Antisemiten seien. 

Darabos hatte im Interview mit der "Presse am Sonntag" Israels Drohungen gegen den Iran als "entbehrlich" und den ultrarechten Außenminister Avigdor Lieberman als "unerträglich" bezeichnet. VP-Außenminister Michael Spindelegger erklärte daraufhin, dass dies nicht die Meinung der Bundesregierung sei. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum warf Darabos "modernen Antisemitismus" vor, die Israelitische Kultusgemeinde in Wien meinte, der Minister habe "offenbar Probleme mit lebenden Juden".

(APA)