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Tote Hosen sorgten für Tumulte vor der Burg

Burgtheater
APA (ANGELIKA KREINER)
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Der Kartenverkauf für die Burgtheater-Konzerte der Toten Hosen rief Polizei und Rettung auf den Plan. Der Sicherheitsdienst hatte die Absperrungen zu spät eingesetzt: "Wir haben das unterschätzt".

Der Vorverkauf für zwei Konzerte der deutschen Band Die Toten Hosen am 20. und 21. Juni hat heute, Dienstag, in den Morgen- und Vormittagsstunden vor dem Wiener Burgtheater für tumultartige Szenen und laut Polizei für "einige lautstarke Unmutskundgebungen" gesorgt. Heftige Vorwürfe gegen das Burgtheater werden von Fans erhoben, die "eine desaströse Organisation" des Vorverkaufs bemängeln. "So wie diese Konzerte promotet wurden, müsste eigentlich klar gewesen sein, dass es einen großen Ansturm geben wird", hieß es seitens einer Augenzeugin. "Man muss froh sein, dass niemandem etwas Gröberes passiert ist bei diesem Gedränge."

"Unser Fehler war: Wir sind zu spät raus"

"Es dürften einige bereits seit gestern um 19.30 Uhr vor dem Burgtheater ausgeharrt haben", so Andreas Zenker, Pressesprecher des Roten Kreuzes, das eine Frau nach einem Schwächeanfall vor Ort versorgen musste. Augenzeugen sprechen von mehreren Ohnmachtsanfällen. "Wir haben das unterschätzt. Wir haben nicht gedacht, dass sich die Menschen so früh anstellen werden", erklärte Konstanze Schäfer, die Pressesprecherin des Burgtheaters. Man habe zwar neben den eigenen Ordnern den Einsatz von zehn Security-Männer und Absperrungen geplant, aber erst ab 6 Uhr: "Unser Fehler war: Wir sind zu spät raus."

Gegen 6.30 Uhr wurde die Lage unter den Wartenden (die Polizei spricht von 1500 Personen, Augenzeugen schätzen die Zahl auf das Doppelte) prekär. Seitens der Polizei wurden Kräfte, die bereits am Ring anlässlich einer Demonstration zum Thema "Bildungstag" im Einsatz waren, abgezogen, um die Lage zu beruhigen. Ebenso mussten Mitarbeiter der Wiener Linien die Straßenbahn-Gleise frei machen.

Chaos einer undisziplinierten Gruppe

"Am Eingang des Burgtheaters standen lediglich zwei oder drei Polizeiabsperrgitter, die natürlich nicht ausreichten, um die Massen zu bändigen. Die Leute schoben sich von hinten vor, es war ein wahnsinniges Gedränge", sagte eine weitere Augenzeugin. "Spätestens da hätte ich mir erwartet, dass der Vorverkauf abgeblasen wird." Im Burgtheater macht man dagegen das "undisziplinierte Verhalten einer kleinen Gruppe" für das "plötzliche Chaos" verantwortlich - eine Wortwahl die von vielen Fans heftig kritisiert wurde.

Der Kartenverkauf begann schließlich planmäßig um 8 Uhr. "Es waren nur zwei Kassen geöffnet, die Polizei ließ immer nur zwischen drei und fünf Personen ins Theater rein. Das schlimmste war, dass man in der Menschenmasse überhaupt keine Informationen bekam." Laut Burgtheater waren die 1600 aufgelegten Karten um 11.39 Uhr verkauft. "Wir werden eine Nachbesprechung machen und daraus lernen", versicherte man im Burgtheater.

Info

Einige Karten werden in den nächsten Tagen noch von Hitradio Ö3 verlost. Bereits am kommenden Wochenende (9. Juni) spielen die Toten Hosen beim "Nova Rock"-Festival in Nickelsdorf. Karten dafür sind noch zu haben.

(APA)