St. Petersburg: Mit ruhigem Tempo

Eremitage, weiße Nächte, Kanäle: In dieser Ausgabe der Serie „Immobilienexperten auf Reisen“ berichtet Franz Jurkowitsch über das viel zitierte „Paris des Ostens“. Der Vorstandsvorsitzende und Eigentümer von Warimpex bezeichnet die Russen als emotionale Geschäftspartner.

1) Nicht vergessen: Drei Dinge, die unbedingt in den Koffer gehören: ...

… ein gültiger Reisepass und ein Visum für Russland. Dann warme Kleidung, weil man mit abrupten Wetteränderungen sollten in St. Petersburg stets rechnen muss. Bei Reisen ins ehemalige Leningrad lohnt es sich, eine Kreditkarte dabei zu haben, denn die russische Währung Rubel darf weder aus- noch eingeführt werden. Und in Hotels und Restaurants kann man ohne Probleme bargeldlos zahlen.

2) Der erste Eindruck: Was ist so ganz anders an den Immobilien (Häusern, Straßen, Geschäften, Büros...) als in Österreich? Und was unterscheidet den Immobilienmarkt von unserem?

St. Petersburg ist stark von westeuropäischen Einflüssen geprägt und sowohl mit Prag oder Paris vergleichbar. Dieprachtvollen Paläste im Stadtzentrum sind ein gelungener Mix aus europäischer und russischer Architektur. Auf die Erhaltung architektonisch wertvoller und historischer Bauwerke wird großer Wert gelegt. In den historischen Teilen der Stadt sind aufgrund strenger Vorschriften lediglich Um- aber keine Neubauten erlaubt. Einen hohen Aufholbedarf hat die Stadt bei Büroflächen und Hotels.

3) Auf den zweiten Blick: Was könnten wir vom Immobilienbusiness dort lernen? Und umgekehrt?

Zu lernen gibt es immer etwas von den internationalen Geschäftspartnern. Und diese Lernbereitschaft zeichnet Developer und Betreiber aus.

4) Perspektiven: Gibt es Immobilienbereiche, die für österreichische Unternehmen Marktpotenzial haben könnten? Wenn ja, welche?

Der Aufholbedarf bei Büroflächen und Hotels ist in St. Petersburg noch recht groß. Generell ist in Russland zum Beispiel der Hotelmarkt vor allem in Ballungszentren abseits von Moskau wenig entwickelt während der Bedarf – insbesondere an Business Hotels – kontinuierlich steigt.

5) DOS & DONT'S: Was sollte man im Umgang mit lokalen Geschäftspartnern beachten?
Im Gegensatz zu St. Petersburg ist Moskau die hektischere Stadt. Geschäftsabschlüsse  werden meist gut überlegt und mit einer gewissen Gelassenheit abgewickelt. Russen nehmen Geschäftsbeziehungen sehr persönlich: Sympathie, Vertrauen und Respekt sind ihnen sehr wichtig. Wobei Emotionen über der Vernunft und materiellem Interesse stehen. Was Russen eher nicht mögen ist Smalltalk.

6) Nicht verpassen: Was man auf keinen Fall versäumen darf:

Ein Muss für jeden Besucher ist die Eremitage. Wer im Sommer nach St. Petersburg reist, wird Zeuge der „Weißen Nächte“, in denen die Sonne nicht ganz untergeht, so dass es nachts hell bleibt und die Stadt in ein ganz besonderes Licht getaucht wird.

Franz Jurkowitsch ist Eigentümer und Vorstandsvorsitzender von Warimpex.

Anregungen & Ideen an: immobilien@diepresse.com

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