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Spindelegger: „Nigeria ist ein Land im Übergang mit großem Potenzial“

(c) APA/photonews.at/Georges Schneid (Photonews.at/Georges Schneider)
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Vizekanzler Spindelegger will mit Nigeria „sehr eng kooperieren“ – trotz Terroraktionen der islamistischen Boko Haram.

Abuja. Nigerias Außenminister Olugbenga Ashiru fand deutliche Worte: „Nigeria ist stark und einig. Es wird nicht auseinanderfallen“, sagte er am Freitag bei einer Pressekonferenz mit Österreichs Außenminister Michael Spindelegger in der nigerianischen Hauptstadt Abuja.

Nigeria ist ein gewaltiges Land mit etwa 170 Millionen Einwohnern und 250 Völkern. Die größten Religionsgruppen sind Christen und Muslime. Die Aktionen der islamistischen Untergrundgruppe Boko Haram („Westliche Bildung ist Sünde“) nähren die Ängste vor Spannungen zwischen dem mehrheitlich muslimischen Norden und dem christlichen Süden Nigerias.

Außenminister Ashiru versuchte, diese Bedenken zu zerstreuen: „Es gibt viele gemischte Familien, in denen Christen und Muslime leben“, sagte er. Ethnische Spannungen seien meist lokal begrenzt. Die Regierung habe die Lage im Griff – auch, was den Kampf gegen Boko Haram betreffe: „Ja, wir hatten einige Herausforderungen wegen terroristischer Angriffe. Aber wir haben starke Streitkräfte“, sagte der Minister. In der nigerianischen Armee seien neue Trainingsprogramme für den Antiterrorkampf eingeführt worden.

Rücknahme-Abkommen unterzeichnet

Die Sicherheitslage in der Region war einer der Punkte, die Ashiru und Spindelegger bei ihrem Treffen besprochen haben. Daneben ging es um wirtschaftliche Themen. „Nigeria ist ein Land im Übergang mit großem Potenzial“, sagte Spindelegger. „Ich möchte, dass wir sehr eng kooperieren.“ Für beide Länder könnte sich daraus eine Win-win-Situation ergeben.

Nach ihrer Unterredung unterzeichneten beide Minister ein Abkommen, in dem Nigeria die Rücknahme von Staatsbürgern zusichert, die aus Österreich ausgewiesen werden. Spindelegger sah in dem Abkommen den „ersten Schritt einer engen Zusammenarbeit auf dem Sicherheitssektor“. Nigeria habe Betreuungsprogramme für Rückkehrer zugesichert, so Spindelegger.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.06.2012)