Die Opec könnte die Ölschwemme reduzieren

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Symbolbild(c) EPA (Wei Leung)
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Brent-Preis ist seit Jänner um rund zehn Prozent gefallen. Preisrückgang ist der Angst vor Konjunkturabkühlung geschuldet. Zuletzt hatten schlechtere Konjunkturindizes aus China und Europa für Tiefstände gesorgt.

Wien/ag./red. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) kommt zwar erst am Donnerstag zu ihrer routinemäßigen Sitzung zusammen. Doch schon im Vorfeld deutet die Gruppe an, dass sie das Überangebot an Öl reduzieren könnte, um dem Preisverfall Einhalt zu gebieten.

Saudiarabien hat seine Ölproduktion bereits im Mai auf 9,8 Mio. Barrel pro Tag gedrosselt. Noch im April hatte Saudiarabien so viel produziert wie seit über 30 Jahren nicht. Der weltgrößte Ölexporteur hatte sich im Frühjahr dazu bereit erklärt, bei anfallenden Engpässen auf dem Markt auszuhelfen.

Nun verlautete der Präsident der Opec, Abdul-Kareem Luaibi: „Es ist klar, dass die gewaltigen Überschüsse zu einem starken Preisrückgang in einer sehr kurzen Zeit geführt haben. Das dient niemandem.“

Angst vor Konjunkturabkühlung

Zwar sind die Ölpreise mit Zugewinnen in die neue Woche gestartet. Die Commerzbank-Analysten machen dafür das hundert Mrd. Euro schwere Hilfspaket für den spanischen Bankensektor verantwortlich. Zusätzlich stützten Importzahlen aus China die Notierungen. Das Kursplus am Montag währte aber nicht lange. Die Gewinne wurden im Tagesverlauf vollständig abgegeben. Die US-Sorte WTI zur Auslieferung im Juli fiel am Montag leicht auf rund 83 Dollar. Die Nordseesorte Brent sackte stärker ab und notierte bei rund 99 Dollar. Seit Jahresbeginn ist der Brent-Preis um rund zehn Prozent gefallen. Mitte März kostete ein Fass noch rund 125 Dollar.

Der mehr oder weniger plötzliche Preisrückgang ist unter anderem der Angst vor einer Konjunkturabkühlung geschuldet. Zuletzt hatten schlechtere Konjunkturindizes aus China und Europa für neue Tiefstände gesorgt.
Monate zuvor hatten Spannungen rund um den Iran den Preis noch in die Höhe getrieben. Dass die Europäische Zentralbank die Märkte mit Geld geflutet hat, sorgte zudem für eine Flucht in die Aktien-und Rohstoffmärkte.
Unterdessen leidet der Iran unter den sinkenden Preisen, die Auswirkungen des Ölembargos machen dem Staat ebenso zu schaffen. Die Öl-Ausfuhren verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 600.000 Barrel pro Tag auf rund 1,6 Millionen.

Mit dem vollen Inkrafttreten der EU-Sanktionen ab 1. Juli dürfte sich die Entwicklung verstärken. China und Indien haben die Nachfrageausfälle nicht, wie vom Iran erhofft, ausgeglichen.

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