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"Schnell, Frau Merkel" - Italien fordert Euro-Bonds

Angela Merkel
(c) AP (Jens Meyer)

Die italienischen Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore" sendet einen dramatischen Appell an die deutsche Bundeskanzlerin.

"Schnell, Frau Merkel": Diese deutschsprachige Schlagzeile war am 12. Juni auf der Titelseite der italienischen Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore" zu lesen. Der Leitartikel von Chefredakteur Roberto Napoletano ist ein dramatischen Appell an Angela Merkel. Sie müsse dafür sorgen, dass Europa politisch zusammenwächst und das Werk von Helmuth Kohl vollenden. Denn so könne es nicht weitergehen. Er zitiert auch Altbundeskanzlers Helmut Schmidt: "Deutschland verliert den Sinn für Geschichte, für seine Befreiung durch Europa und für die Solidarität mit seinen Nachbarn". Außerdem könne Deutschland "inmitten der Ruinen von kleinen und großen europäischen Ländern" nicht stark und gesund bleiben.

Die Rettung der spanischen Banken mit 100 Milliarden Euro sei ein weiteres Warnzeichen, das Merkel weiterhin nicht erkennen wolle. Die Kanzlerin müsse den Märkten endlich eine starke Botschaft senden und den Worten Taten folgen lassen. "Sie werden nicht weit kommen, wenn Sie weiterhin dem Ärger der Griechen gleichgültig gegenüberstehen und vom verletzten Stolz der Spanier, von den Ängsten der Italiener und von der Pein der Franzosen Abstand nehmen", schreibt Napoletano. Erst wenn es die Vereinigten Staaten von Europa gebe, könnten die Finanzmärkte den Euro nicht mehr attackieren.

Er fordert die rasche Umsetzung folgender Punkte:

  • Einheitliches System zur Sicherung der europäischen Bankeinlagen.
  • Direkter Zugang zu den Mitteln des Euro-Rettungsschirms für Banken.
  • Vereinheitlichung der europäischen Staatsschulden, wobei aber in jedem Land die Zinsenlast differenziert werden soll.

>>> Der Kommentar in deutscher Sprache

 

(Red.)