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Janukowitsch: "Timoschenko an Mord beteiligt"

Janukowitsch Timoschenko Mord beteiligt
Der ukrainische Staatspräsident Viktor Janukowitsch(c) EPA/Sergey Dolzhenko
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Der Präsident der Ukraine erhebt schwere Vorwürfe gegen seine Gegenspielerin. Die Anhänger der inhaftierten Oppositionsführerin orten das "Ende der ukrainischen Justiz".

Der ukrainische Staatspräsident Viktor Janukowitsch heizt den Streit um den Umgang mit seiner erbitterten Rivalin Julia Timoschenko an. Der Staatschef brachte die inhaftierte Ex-Premierministerin am Mittwoch erneut in Verbindung mit einem 16 Jahre zurückliegenden Auftragsmord an einem Geschäftsmann. Sollte das Gericht nachweisen, dass Timoschenko mit dem Mord zu tun habe, würde der Fall eine neue Richtung bekommen, sagte der Präsident der Nachrichtenagentur Interfax. Allerdings liege diese Entscheidung beim Gericht. Die 51-Jährige wies die Anschuldigungen als absurd zurück. Ihre Partei beschuldigte Janukowitsch, sich wie ein Diktator zu verhalten.

Der mächtige Geschäftsmann Jewhen Schtscherban starb 1996 in der ostukrainischen Stadt Donetsk im Kugelhagel. Seine als Mechaniker verkleideten Mörder hatten ihm beim Verlassen eines Flugzeugs abgepasst.

„Ende der ukrainischen Justiz"

Mit den Vorwürfen kurz vor dem Fußballspiel Deutschland gegen die Niederlande im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft machte Janukowitsch deutlich, dass er sich der internationalen Kritik am Umgang mit der Oppositionsführerin nicht beugen will. Ihre Unterstützer werteten die Äußerungen des Staatschefs als "endgültigen Zusammenbruch der ukrainischen Justiz". Die Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaft und der Gerichte sei eine Illusion. Der nächste Schritt wäre, dass Janukowitsch persönlich Julia Timoschenko verhöre und foltere.

Timoschenko war im Oktober 2011 wegen Amtsmissbrauchs in einem umstrittenen Gerichtsverfahren zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Seitdem klagt sie über ein schweres Bandscheibenleiden.

(Ag.)