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Syrien: "Russland liefert keine Kampfhubschrauber"

Syrien Russland liefert keine
Symbolbild: Russischer Militärhubschrauber MI-28NE(c) EPA (Sergei Ilnitsky)
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Der syrische Botschafter in Moskau widerspricht US-Außenministerin Clinton. Der deutsche Außenminister Westerwelle ortet indes Bewegung in der Syrien-Krise.

Die Spannungen zwischen den USA und Russland in der Syrien-Krise nehmen zu. So widersprach der syrische Botschafter in Moskau den Vorwürfen von US-Außenministerin Hillary Clinton. "Russland liefert keinerlei Hubschrauber an Syrien", sagte Riad Haddad am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Clinton hatte am Mittwoch erklärt: "Wir sind besorgt über jüngste Informationen, wonach Kampfhubschrauber auf dem Weg von Russland nach Syrien sind." Solch ein Rüstungsgeschäft würde dramatisch zur Eskalation des Konflikts beitragen.

Weiters bezichtigte die Ministerin die russische Regierung der Lüge, wenn diese behaupte, sie habe dem syrischen Regime zuletzt nur Waffen geliefert, die nicht gegen die Opposition eingesetzt werden könnten. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums setzt die Regierung des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad seit einiger Zeit verstärkt Kampfhubschrauber für Angriffe auf die Bevölkerung ein. Demnach soll Damaskus in Moskau allein im Jahr 2011 Waffen im Wert von 3,5 Milliarden Dollar bestellt haben.

Westerwelle: "Wir brauchen Russland"

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle ortete am Donnerstag erste Veränderungen in der Haltung Russlands. So würde die Unterstützung des Landes für das Assad-Regimelangsam schwinden. "Es gibt vorsichtige erste Zeichen einer gewissen Bewegungsbereitschaft", sagte Westerwelle bei einer Konferenz in Kabul. "Diese aufkommende Flexibilität wollen wir unterstützen."

Die Veto-Macht Russland hat im UNO-Sicherheitsrat ein härteres Vorgehen gegen Syrien bisher verhindert. Mittlerweile setzt sich Moskau jedoch für die Bildung einer neuen Kontaktgruppe für Syrien ein. Westerwelle bezeichnete diese Entwicklung als "sehr beunruhigend". Deshalb müsse eine politische Lösung jetzt mit "mehr Nachdruck" unterstützt werden. "Dazu brauchen wir insbesondere Russland."

Zwei Explosionen erschüttern Damaskus

Zwei Explosionen haben unterdessen die syrische Hauptstadt Damaskus erschüttert. Nach Angaben aus Oppositionskreisen wurden die Sprengsätze in der Nähe eines Waffenlagers sowie eines Hauptquartiers der Sicherheitskräfte gezündet. Das Gebiet im Südosten der Stadt sei danach abgesperrt worden.

Ebenfalls am Donnerstag berichteten Aktivisten in der umkämpften Provinz Homs, Hubschrauber seien in der Region um die Protesthochburg Al-Rastan im Einsatz. Mehrere Menschen seien verletzt und getötet worden. In dem vor 15 Monaten begonnen Aufstand gegen das syrische Regime wurden nach Angaben der Opposition bisher mehr als 14.000 Menschen getötet.

(Ag./Red.)