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Börsen atmen nach Griechenland-Wahl nur kurz auf

Symbolbild Euro
Symbolbild Euro(c) EPA (Oliver Berg)
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Analysten bezweifeln, dass sich die Unsicherheit bald legen wird. Die Märkte würden sich immer sofort auf "die nächsten Probleme" konzentrieren.

Die Börsen in Asien und Europa haben auf den Sieg der pro-europäischen Konservativen in Griechenland am Montag kurzzeitig mit Erleichterung reagiert. Dann jedoch ließ ein neues Rekordhoch bei den Renditen spanischer Staatsanleihen (mehr dazu ...) die Gewinne sofort wieder schmelzen. Analysten bezweifeln, dass sich die Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten rasch legen wird - selbst wenn die Gefahr eines Euro-Austritts der Griechen mit unabsehbaren Folgen in den nächsten Tagen gebannt scheint. Als Belastungen gelten insbesondere die Finanzprobleme in Spanien und Italien.

Der deutsche Leitindex Dax legte am Vormittag anfänglich auf bis zu 6.316 Punkte zu. Am Nachmittag reduzierte sich das Plus auf nur noch rund 0,6 Prozent auf 6.264 Punkte. Der in den vergangenen Monaten bereits schwer gebeutelte Eurostoxx 50 mit den wichtigsten Unternehmen des Euroraums gab sogar um 0,76 Prozent auf 2.164,60 Punkte nach. Deutlich aufwärts ging es zwischenzeitlich für die Athener Börse mit einem Plus von mehr als 6 Prozent. Später schmolzen aber auch hier die Gewinne wieder zusammen. Zuvor hatten die Börsen in Asien überwiegend mit Kursgewinnen geschlossen, in Tokio stieg der Nikkei-Index um 1,77 Prozent auf 8.721 Punkte.

Der Euro erreichte als Reaktion auf die Wahl in Griechenland am Morgen im asiatischen Handel zwar den höchsten Stand seit fast einem Monat, fiel danach aber bis auf 1,2618 Euro zurück.

Ähnliche Reaktion wie bei Spanien-Hilfen

Der Markt gebe mit Blick auf die Griechenland-Wahl ein ähnliches Bild ab wie in der vergangenen Woche, nachdem die Ankündigung eines Milliardenkredits für den spanischen Bankensektor ebenfalls schnell verpufft war, sagte Händler Markus Huber von ETX Capital. "Sobald eine Sache abgehakt wird, schwenkt der Fokus sofort auf die nächsten Probleme." Dabei dürften auch in Athen noch schwierige Wochen bevorstehen. Die Devisenexperten der Commerzbank befürchten erneut schwierige Koalitionsverhandlungen und sahen auch in der Entwicklung beim Eurokurs eine eher "enttäuschende Marktreaktion".

Für den Fall eines klaren Wahlsiegs der radikalen Linken, die das Sparprogramm grundsätzlich ablehnen, hatten Ökonomen mit einer panikartigen Reaktion der Märkte gerechnet. Zu befürchten war, dass dann die Kreditgeber die Hilfen an Athen einstellen, das Land pleitegeht und vermutlich auch aus dem Euro austritt. In diesem Szenario hätte auch die Europäischen Zentralbank (EZB) wohl gleich zum Wochenauftakt neue Gegenmaßnahmen wie eine Zinssenkung oder zusätzliche Liquidität geprüft, hieß es.

Als besonders gefährlich galt auch die Möglichkeit eines "Bankruns", bei dem die Griechen aus Angst vor der Wiedereinführung der Drachme ihre Sparkonten plündern und Bürger in anderen Krisenländern ebenfalls in Panik verfallen.

(Ag.)