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Griechenland: Urlauber bleiben aus

Griechenland
Griechenland(c) Clemens Fabry
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Die Griechenland-Urlaubsbuchungen aus Österreich und Deutschland sind massiv zurückgegangen.

Die Angst um den Euro in Griechenland schreckt heuer vor allem die Deutschen vor einem Urlaub in dem südeuropäischen EU-Land ab. Das schmerzt die Griechen besonders, denn aus Deutschland kommen bis zu 2,5 Millionen Touristen - so viele wie aus keinem anderen Land. Von den insgesamt rund 16,4 Millionen ausländischen Gästen waren 2011 laut griechischem Tourismusverband SETE rund 2,2 Millionen Deutsche - fast ein Siebentel aller Ankünfte. Heuer füllen sich die Strände weitaus zögerlicher. Die Sommerbuchungen der Urlauber aus Deutschland liegen derzeit laut Markteinschätzung um 30 Prozent unter dem Vorjahr, sagte der Österreich-Sprecher des größten deutschen Reiseveranstalters TUI, Josef Peterleithner. Die Preise fallen.

Auch die Touristik-Tochter des deutschen Einzelhandelsriesen Rewe mit den Veranstaltermarken ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg und Dertour verzeichnete heuer um fast ein Drittel weniger Sommerbuchungen für Griechenland. Der Touristik-Pressereferent der Rewe-Zentrale in Köln-Porz, Christian Wessels, führt den Einbruch auf "die aktuelle Berichterstattung" und die "Sorgen über die griechische Staatsverschuldung" zurück.

Auch Österreicher zurückhaltend

Die österreichischen Touristen halten sich ebenfalls zurück, das Minus gegenüber dem Vorjahr liegt hier Branchenangaben zufolge bei etwas gemäßigteren 15 bis 20 Prozent. 2011 sanken die Buchungszahlen den Angaben von SETE zufolge bereits um gut 8 Prozent.

Griechenland ist laut Peterleithner "die wichtigste Sommerflugdestination der Österreicher". Mit zuletzt über 310.000 Urlaubern zählte die Alpenrepublik aber nicht zu den Top-Ten-Herkunftsländern. Die meisten Touristen - nach den Deutschen - kamen 2011 aus Großbritannien (1,8 Millionen), Mazedonien (1,4 Millionen), Frankreich (1,2 Millionen) und Italien (über 938.000).

Hoffen auf stabile Regierung

Sobald in Griechenland eine halbwegs stabile Regierung steht, sollte sich die Buchungslage beruhigen, hoffen Reiseveranstalter und Hoteliers gleichermaßen. "Was wir alle verloren haben, können wir heuer realistischerweise nicht wieder reinholen - jetzt hoffen wir alle auf das Last-Minute-Geschäft", betonte der Österreich-Chef des Reiseveranstalters Thomas Cook (Neckermann), Ioannis Afukatudis.

"Wir stehen drei Wochen vor der Hochsaison und die Familien, die sich früh entscheiden, haben schon längst andere Destinationen gebucht." Der Konzern ist in Deutschland unter anderem mit den Marken Neckermann Reisen, Bucher Last Minute und Öger Tours vertreten.

Preisnachlässe

Die griechischen Zimmervermieter versuchen nun, der Buchungsflaute mit Preisnachlässen gegenzusteuern. "Wenn die Deutschen und Engländer fehlen, machen die Hoteliers Sonderangebote und wir geben das weiter", so der Thomas-Cook-CEO, der "um bis zu 20 Prozent" niedrigere Preise einräumte. Der Urlaub könne nie mehr so günstig angeboten werden wie jetzt. "Alle anderen schleudern auch, so wie wir." TUI Österreich spricht von "attraktiven Sonderangeboten in einzelnen Gebieten", wo Reisen "im Ausnahmefall um weniger als den halben Preis" zu haben seien.

Der Tourismus ist ein wichtiger Motor für die griechische Wirtschaft - er stellte im Vorjahr 16,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und mit 758.300 Jobs fast ein Fünftel aller Arbeitsstellen in dem Land. Die Einnahmen durch Urlauber aus dem Ausland machten 10,5 Mrd. Euro aus, die durchschnittlichen Tourismusausgaben pro Kopf beliefen sich 2011 auf 639 Euro pro Aufenthalt. In den 9.648 Hotels des Landes waren 763.668 Betten zu füllen.

 

(APA)