2007 müssen die Forscher mit einem Sparbudget leben. Die Liquiditätskrise vom Sommer ist behoben.
WIEN. Die Forscher der Austrian Research Centers (ARC) in Seibersdorf müssen nächstes Jahr kürzer treten. Das Budget 2007, das am Montag vom ARC-Aufsichtsrat abgesegnet werden soll, sei ein "bedecktes Sparbudget", erfuhr die "Presse" aus Unternehmenskreisen. Soll heißen: Gesichert sind nur die Basismittel vom Mehrheitseigentümer Bund sowie Erträge aus Forschungsaufträgen. Nicht budgetiert wurden hingegen Forschungs-Sondermittel, die zwar versprochen wurden, aber mangels funktionsfähiger Regierung nicht freigegeben sind.
Unterm Strich bedeutet das einen Rückgang des Budgets von zuletzt rund 100 Mio. Euro um knapp vier Prozent. Eingespart werden sollen 50 Mannjahre - vorwiegend durch Pensionierungen und Altersteilzeit. Mit der Expansion der letzten Jahre ist damit Schluss. Die Kritiker scheinen recht behalten zu haben, dass sich die ARC mit dem Wachstumskurs in den neuen Forschungsschwerpunkten übernommen hätten. "Nun ist der Deckel drauf", so ein Insider.
Das seit Oktober regierende neue ARC-Management hat die Finanzkrise, die im Sommer für Schlagzeilen sorgte, ausgeräumt. Zum einen wurde im Infrastrukturministerium die Mittelbindung aufgehoben, zum anderen wird erstmals ein Betriebsmittelkredit mit einem Rahmen von zehn Mio. Euro aufgenommen. Damit sind die befürchteten Massenkündigungen vom Tisch.
Einvernehmlich gelöst wurden die Arbeitskonflikte mit Ex-Kommunikationschef Wolfgang Renner und Ex-Finanzchefin Andrea Reithmayer. Die beiden Ex-ARC-Manager Martin Graf und Helmut Krünes (beide FP) sind mit ihren Forderungen nach hohen Abfertigungen abgeblitzt. Man will es nun auf etwaige Klagen ankommen lassen.