Verkauft das Künstlerhaus!

Mitte November wird gewählt. Nein, nicht wen Sie jetzt glauben. Die Mitglieder des Künstlerhauses, der Gesellschaft bildender Künstler Österreichs, wählen einen neuen Präsidenten. Wen das interessiert? Am wenigsten den Großteil der österreichischen Künstler selbst. Außer sie kandidieren selbst, wie es die beiden bisherigen Präsidenten-Stellvertreter angeblich tun, oder sitzen im Vorstand.

Sorry to say - aber das Künstlerhaus ist tot. Seit scheinbar ewigen Zeiten wird hier renoviert, dauervermietet und um Subventionen gerungen, werden mittelprächtige Ausstellungen mittelprächtiger Mitglieder gezeigt. Im Gegensatz zur alten Konkurrentin Secession, die sich mit ihrem extremen Avantgarde-Programm international etablieren konnte. Jetzt braucht der langjährige Präsident Manfred Nehrer alle Kraft für sein Architektur-Büro und zieht sich zurück.

Brav hat er immer gekämpft - und die wenigen wirklich prominenten Mitglieder haben ihn dabei in den vergangenen Jahren auch wirklich immer wenig unterstützt. Die Stimmen eines Hrdlicka, Frohner, Attersee oder Peichl waren mehr mit sich selbst beschäftigt als mit einem Verein, der ihnen nichts mehr bringt. Verständlich. Warum dieses anachronistische Trauerspiel also nicht einfach beenden?

Aber das historistische Pracht haus, ringen Sie jetzt flehend die Hände? Bisher hing es sowieso nur wie ein Klotz Rohgold um den Hals der Künstler-Gesellschaft, zog die Energien ab von einer dringend nötigen inhaltlichen Debatte. Ohne Ballast aber, an einem kleineren, unbelasteten Ort - oder gar einem virtuellen, huch! - könnte sich diese überholte Institution im 21. Jahrhundert sogar noch einmal neu erfinden. Also verkaufen.

Dann müssten nur noch Stadt und Bund gemeinsam zuschlagen. Womit für das Wien Museum und Kunsthistorische Museum plötzlich nicht nur irgendein von beiden so dringend benötigter Raum für Großausstellungen zur Verfügung stünde. Sondern noch dazu ein wunderschöner - der sich endlich nicht mehr für Some-Weeks-Vermietungen prostituieren müsste.

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